und dann sprachen sie englisch

Da gibt es so ein Thema das mich zur Zeit sehr beschäftigt und wo ich gerade einfach nicht weiter weiß. Vielleicht fällt ja dem einen oder anderen Leser hier was dazu ein oder das aufschreiben hilft mir meine Gedanken ein wenig zu sortieren.

Es geht ums abstillen. Ich würde es langsam aber sicher gerne mal tun. Nur wenn ich mir mein Töchterlein anschaue weiß ich, dass sie davon gar nichts wissen will. Und dann halte ich mich selbst für egoistisch. Wenn sie es doch noch braucht. Das Stillen hat auch nach wie vor Vorteile: zum einen kann ich sie nachts sehr schnell beruhigen. Zum anderen kann ich ihr wenn sie krank ist und jede Nahrung verweigert oder im Falle von Magen-Darm wieder von sich gibt helfen. Das war im letzten Urlaub sehr hilfreich. Außerdem genieße ich es.

Dennoch fühle ich mich teilweise ausgezehrt nach 14 Monaten stillen. Ich wünsche mir so sehr mal wieder durchzuschlafen oder wenigstens den Mann mal nachts machen zu lassen. Oder mal abends mit guten Gefühl weggehen, weil sie nicht einschlafgestillt werden möchte. Ich möchte vielleicht gerne auch mal wieder einen leckeren Mojito trinken so nach 2 Jahren ohne jeden Tropfen Alkohol. Ich möchte nicht ständig der Gefahr ausgesetzt sein einen Milchstau zu bekommen (das waren in letzter Zeit nicht wenige). Ich möchte langsam über ein zweites Kind anfangen nachzudenken, aber ohne Zyklus geht auch das nicht.

Also alles ziemlich egoistische Gründe. Schon seit langer Zeit ist der Stillrythmus unverändert. Wir stillen zum einschlafen in ihrem eigenen Bett. Ich schleiche mich davon. Sie schläft bis ca. 1 Uhr Nachts. Dann bringt sie der Mann zu mir ins große Bett. Dort wird sie gestillt und schläft weiter. Dann hängt es von der Nacht ab. Meist wird noch weitere 1-3 mal die Brust gegeben.

Das zehrt. Weil ich wirklich seit 14 Monaten einfach nicht mehr durch geschlafen habe. Außerdem fängt sie seit einiger Zeit an sich nachts durch mein Bett zu wühlen wie ein kleiner Maulwurf und wechselt alle 10 Minuten ihre Position. Außerdem habe ich das Gefühl, dass meine Milch doch merkbar weniger geworden ist. Und Dauernuckeln lasse ich sie nicht (einen Schnuller wollte sie noch nie). Wenn ich ihr also die Brust verweiger, schreit sie so lange, bis alle richtig wach sind und ich ihr ein kleines Fläschchen mit Wasser verdünnter warmer Kuhmilch bereite. Das trinkt sie dann aus, wenn ich sie überzeugen konnte, dass es sich wirklich um Milch handelt. Wehe ich komme ihr mit Wasser oder Tee. Das wird rigoros weg geschupst.

Nun habe ich also mehrfach versucht sie gar nicht erst in mein Bett zu holen. Wenn sie also das 1. mal ruft stille ich sie in ihrem eigenen Bett und verweile so lange bis sie wieder schläft. Nur kontrolliert sie nach wenigen Minuten ob Mama neben ihr liegt und schreit sofort wieder. Dann schläft sie nicht mehr ein. Kann ich machen was ich will (gestern blieb ich über eine Stunde, wollte mal konsequent bleiben). Muss sie also wieder mit ins große Bett nehmen.

Heute war es sogar so, dass sie beim Einschlafstillen zweimal (einmal zur üblichen Zeit und dann um 22 Uhr (!)) nicht in ihrem Bett bleiben wollte. Sie hat nicht in den Schlaf gefunden. Hundemüde bäumt sie sich immer wieder auf, wirft sich auf mich und weigert sich zur Ruhe zu kommen. 

Ich haderte also wieder mit mir selbst, ob ich konsequent bleibe oder sie ins große Bett bringe. Sie zeigte die ganze Zeit auf die Türe. Ich verstehe mein Kind schon. Ich trug sie also zum Mann und wechselte sogar in die englische Sprache, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass sie unseren Plan, dass sie in ihrem Bett bleiben soll in Gesprächen vorher einfach schon verstanden hat. Ha, bin ich gerissen ;-). Dann habe ich kraftlos um 22.15 Uhr nachgegeben und das Kind ins große Bett getragen. Und was macht sie dort? Sie rollt sich zusammen und schläft sofort ein. Glücklich und zufrieden.

Und wie soll ich das jetzt bitte jemals schaffen!? Ich bin vollkommen ratlos. Eine Mama erzählte mir, dass sie einfach ein Wochenende weggefahren ist und der Mann das Kind so quasi abgestillt hat. Was anderes fiel ihr nach 18 Monaten stillen nicht mehr ein. Weil sie selbst so ambivalent war, dass ihr Kind das gespürt hat. Da ist denke ich viel dran. Wenn ich es noch mehr wollen würde, würde es vielleicht auch klappen. Aber mein Mamaherz blutet eben bei so einem eiskalten Entzug.

Also liebe Mamas da draußen die das schon geschafft habt: welche Ratschläge habt ihr für mich?

 

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