Geflüster

Morgens um 5.45 Uhr.

„Bruder, bist du schon wach?!“

„Jaa.“

„Heute ist dein Geburtstag!“

„Heute ist mein Geburtstag?!“

„Jaa!“

„Sind meine Geschenke schon da?“

„Ja. Die stehen in der Küche!“

beide Kinder krabbeln um 5.45 Uhr aus ihrem Bett. „Haaalt!“ konnte ich noch rufen. „Ihr müsst doch warten bis Mama und Papa wach sind„.

Okay. Wir gehen so lange ins Wohnzimmer und wecken noch den Papa…Oh kleiner Bruder, schau mal du bist jetzt richtig groß geworden. Du reichst mir jetzt bis zur Schulter!

 

plötzlich kindfrei

Huch?! Ich wollte die Große eben zum Tanzen bringen. Da stürmte der Sohn total selbstständig in die Turnhalle. Hat sich vorher sogar schnell die Schuhe ausgezogen und weg war er. Dann sprach ich kurz mit den Trainerinnen und erwähnte scherzhaft, dass er am liebsten hier bleiben würde. Da fragten sie, wann er denn drei wird. Als ich sagte übermorgen durfte er bleiben. Er grinste von einer Backe zur anderen, die Schwester war mega stolz und ich bin etwas verdattert nach Hause gefahren. Abgefahren.

Er wechselt nun übrigens doch noch vor den Ferien die Gruppe und darf ab nächster Woche dann zu den Großen gehen. Da mach ich mir aber überhaupt keine Gedanken. Da will er schon so lange hin und wird sich richtig freuen endlich mit den tollen Spielsachen spielen zu dürfen.

Ja, ich trink jetzt erstmal n Kaffee oder so ;-).

Rollenspiele

Momentan beobachte ich täglich die Rollenspiele meiner Kinder und könnte mich nur wegschmeißen, was und wie sie miteinander agieren und vor allem in welche Rollen sie hineinschlüpfen.

So saßen die beiden vorgestern mit den Nachbarsmädchen im Stuhlkreis und spielten Elternbeirat. Ich war echt erstaunt, welches Talent meine Große hat in die Rolle einer engagierten Mutter die es sogar schafft das Gespräch zu leiten hineinschlüpft. also ich war schon total baff, dass sie überhaupt weiß, was genau der Elternbeirat macht. Sie sagte dann sowas wie „jetzt müssen wir noch den Residenzlauf organisieren. Wer mag das übernehmen?„. Der Hammer. Ich würde sagen, next Generation Elternbeirat ist gesichert. Da sieht man wieder mal, was man vorlebt wird sofort in das Wertesystem der Kinder aufgenommen.

Und jetzt gerade spielen sie Mutter und Sohn. Sie hat schrecklich viel zu erledigen und gibt ihrem Sohn deshalb mal kurz das Tablet (in dem Fall ein alter Taschenrechner) und schimpft dann theatralisch „ach das geht schon wieder nicht. Ich muss erst den WLAN Code neu eingeben!!„. Muhahaha. Das war ja fast noch geiler. Ja ähm und was das jetzt über meine Erziehung aussagt, dass mein Kind mal Tablet spielen darf wenn ich schrecklich viel zu erledigen habe ist ne andere Sache :-D.

Die Große ist 5 und der Sohn beinahe 3 Jahre alt.

Bald 3…

Ganz bald wirst der kleine Sohn schon drei Jahre werden. Er fragt jetzt schon jeden Tag „wann habe ich endlich Geburtstag?!„. Wenn ich dann antworte „in zwei Wochen ungefähr“ antwortet er dann „warum noch sooo laange?„.

Gestern waren wir bei der U7A Untersuchung beim Kinderarzt. Er hat super mitgemacht, konnte alle Tiere und Gegenstände benennen, hat sich Blutdruck etc. messen lassen und sogar die Impfung ganz gut weggesteckt. Etwas leicht und klein. Aber fit und gesund.

Und kurz vor seinem dritten Geburtstag hat er beschlossen, seine Windel nicht mehr zu wollen. Das ist natürlich super toll und da die Motivation von ihm kam, klappt es auch ziemlich gut. Auch wenn man am Anfang schon noch etwas unsicher ist und das Kind ständig fragt „musst du nicht mal aufs Klo?„. Klar, ab und zu geht was daneben, aber egal ob Pipi oder Stuhlgang – zu 90% klappt das sicher und selbstständig. Wollte er vorher nur ab und zu mal aufs Töpfchen, lässt er das jetzt links liegen und geht direkt aufs Klo. Zum Glück, denn seine selbständigen „ich habe das Pipi alleine ins Klo geschüttet, Mama„- Aktionen waren jetzt nicht so schön mit anzusehen ;-). Ich bin auf jeden Fall super stolz!!!

Überhaupt hat er gerade eine sehr ausgeprägte „ich mache das alleine„-Phase. Alles möchte er alleine. Letzten Monat hatte er sich die Rippe geprellt und wollte nicht mehr hochgehoben werden, weil das einfach zu schmerzhaft war. Im Nachhinein war das ziemlich prima, denn er macht jetzt dadurch alles alleine. In den Autositz klettern, Schuhe, Jacke, Rucksack, Fahrradhelm anziehen. Er ist da auch sehr ehrgeizig. Die Große hingegen ist oft faul und lässt sich aus Bequemlichkeit gerne helfen. Gerade morgens. Klar kann sie sich komplett alleine anziehen, aber wenn Mama das macht ist das doch schöner. In der Zeit ist der kleine Bruder schon alleine angezogen. Witzig ist auch, dass er ihr den Fahrradhelm zumacht. Weil sie das wirklich noch nicht kann. Aber er hat da ein Faible für solche Schnallen und Verschlüsse. In der Krippe legen sie aber auch sehr viel Wert auf die Eigenständigkeit. Sogar die Kleinsten dürfen sich aus der Karaffe selbst einschenken, alleine Hände waschen gehen, oder beim Essen den Teller nachfüllen und ihn dann auch zurück auf den Servierwagen stellen. Da er mit zu den ältesten gehört und es wirklich viele kleine Kinder gibt die gerade mal ein Jahr alt sind hat er dort sehr viel gelernt.

Er liebt Bewegung. Rennen, hüpfen, tanzen, toben, rutschen, Schaukeln und vor allem Laufrad fahren. Am Wochenende haben wir eine Tour mit den Rädern gemacht und er hat ganze 4km geschafft. Ich bin mir fast sicher, dass er bald das Fahrrad seiner Schwester fahren kann. Allerdings soll sie erst im März das nächstgrößere bekommen, daher will ich ihm das noch gar nicht anbieten ;-). Besonders gerne hält er sich aber im Wasser auf. Schon vor einem Jahr hat er angefangen vom Beckenrand frei ins Wasser zu springen. Er taucht einmal unter, kommt lachend hoch und lässt sich von seinen Schwimmflügeln treiben. So versuchen wir möglichst oft gerade ins Freibad zu gehen.

Sprechen ist auch kein Problem. Einige Silben sind noch undeutlich, aber man kann ihn sehr gut verstehen und er spricht ganz normale Sätze – mit vielen Warum-Fragen drinnen.

Vom Wesen her ist er mal ruhig, mal aufgedreht, mal kuschelig, mal wild, mal anhänglich, mal auf Entdeckungstour aber immer mit einem Grinsen auf dem Gesicht. Er ist eine Frohnatur, hat immer etwas schelmisches im Sinn und versteht es Menschen für sich zu gewinnen. Er hat 3 gute Freunde gefunden und kann sehr gut im Team spielen. Mit seiner Schwester spielt er fast jeden Tag mehrere Stunden und er ist stets sehr traurig, wenn sie mal ihre Ruhe haben möchte. Alleine spielen findet er gar nicht gut und kommt höchst selten vor. Also vielleicht mal eine halbe Stunde in der Woche. Aber dann ist das nur aus versehen passiert ;-). Im Garten spielen die Nachbarsmädchen (Grundschulalter) stundenlang mit meinen und früher wurde nur Puppe gespielt. Aber heute bestimmt mein Sohn, was er sein möchte. Manchmal ist er einverstanden den Bruder oder den Papa zu spielen… aber er schlägt auch mal vor, dass er jetzt der böse Tiger oder der Dinosaurier ist. Und dann wird das eben so gemacht. Er weiß sich durchzusetzen.

Was immer geht und auch jeden Tag eingefordert wird ist das Vorlesen. Er kann wie auch seine Schwester über eine Stunde zuhören. Da gibt es keine Konzentrations- oder Müdigkeitserscheinungen. Er steht da aktuell sehr auf Drachenbücher. Angefangen hatte es mit ZOGG, aber er findet in der Bücherei jedes Mal neue Drachenbücher. Ich bin echt erstaunt, wie viele es da so gibt. Momentan haben wir 4 Stück ausgeliehen ;-). ein weiteres Lieblingsbuch von ihm ist der kleine DODO oder ES WAR EINMAL EIN JUNGE MIT NAMEN BENNY STERN.

Am liebsten spielt er mit seinen Playmobil Fahrzeugen. Der Feuerwehr, dem Bootsanhänger, dem Quad, dem Traktor und so. Manchmal auch gerne Lego, Duplo oder mit der Briobahn. Aber wie gesagt: am liebsten mit Papa. Und das stundenlang! Wenig Interesse hat er bisher beim Malen, puzzeln oder Ball spielen gezeigt. Schauen wir mal, ob da nochmal was kommt. aber er spielt schon gerne mit uns Gesellschaftsspiele. Mit etwas Anleitung kann er vor allem sein Lieblingsspiel Honigbienchen schon ganz alleine spielen.

Jaa, nun denn: ich freue mich auch sehr auf deinen dritten Geburtstag. Nach den Ferien wirst du dann ein großes Kindergartenkind und darfst endlich zu deiner Schwester in die Gruppe. Das wird toll. Da warten viele Abenteuer auf Dich. Ich liebe Dich so sehr mein Quatschkopf. Ich genieße es jeden Abend mit dir zu kuscheln, dir im Schlaf einen Kuss zu geben, wenn deine kleinen Arme mich so fest drücken. Du bist mein größter Schatz. Ich liebe DICH SOOOO SEHR.IMG_20170526_130811000_BURST000_COVER_TOP

Gedanken um meinen Geburtstag herum

Am Samstag bin ich 31 Jahre geworden. Im Gegensatz zu meinem 30. habe ich den Tag ganz ruhig und gemütlich mit meiner Familie im Garten verbracht und hatte eine sehr schöne Zeit. Die nächsten 8 Jahre werde ich wohl wieder nicht so genau wissen, wie alt ich eigentlich bin, denn ob ich nun 31, 34 oder 36 bin ist glaub ziemlich egal. Aber diese 30 war schon toll. Das Lebensjahr war gut zu mir.
Ich habe im Herbst das erste Mal so wirklich ernsthaft mit Sport begonnen und habe das ohne Pause bis jetzt durchgezogen. In der Regel gehe ich zweimal wöchentlich mit meiner Freundin ins Fitness Studio und irgendwann im Frühling, als ich eine Grundkondition entwickelt habe, bin ich joggen gegangen. Der Anfang war etwas hart, aber machbar. Ganz im Gegensatz zu meinen anderen kläglichen Versuchen in den vergangenen Jahren. Aber durch die Vorarbeit im Studio hatte ich mehr Muskulatur und Ausdauer. Trotzdem musste ich mich auf der Straße erst mal durchbeißen. Am Anfang bin ich immer mal wieder eine Minute gegangen als ich dachte es geht nicht mehr. Aber genau das war für mich nicht der richtige Weg. Den so hatte ich immer im Kopf „bis zur nächsten Kreuzung jogge ich noch, dann gehe ich wieder“ und konnte gar nicht richtig frei joggen. Eines Morgens habe ich mit also vorgenommen, egal welches Tempo: ich jogge durch. Ab da hat mir das ganze dann auch Spaß gemacht, weil man sich tatsächlich steigert. Der Rückweg macht mir dann immer besonders Spaß, denn da gehen die letzten Meter bergab. Ich laufe meistens 6km, habe aber auch schon die 7 geknackt. Mal sehen, wo mich das noch hinführt. Im Alltag habe ich auf jeden Fall gemerkt, wie leicht mir das Fahrradfahren jetzt fällt. Mit dem Sohn hinten drauf kann ich problemlos Berge hochfahren. Früher hätte ich geschoben oder unter größter Anstrengung im Stehen durchgepowert. Jetzt sind da einfach so fancy Muskeln am Bein die das für mich machen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ziele habe ich mir nicht so direkt gesetzt. Aber die 10km wären schon schön. Oder mal eine richtige Wanderung. Wandern war für mich immer eine ganz furchtbare Vorstellung. Jetzt hätte ich richtig Lust drauf. Gut finde ich auch die Vorbildfunktion, die wir für unsere Kinder haben und wie selbstverständlich sie akzeptieren „Mama oder Papa gehen laufen“. Die Große fährt – auch dank ihres tollen Fahrrads – schon kleinere Touren mit uns und da will ich unbedingt dran bleiben. Denn irgendwie war ich als Kind sehr sportlich, das hat mit dem Wechsel zum Gymnasium aber schlagartig aufgehört. Ich bin lediglich ein paar Mal im Jahr skaten gegangen.
Ansonsten möchte ich nun auch gerne wieder richtig ins Berufsleben einsteigen. Ich schaue mich schon länger um, aber bisher war nicht das passende dabei. Denn es wäre schon schön, wenn es was wird, was genau mein Ding ist, wo ich aufgehe und gefordert bin. Ich hoffe, da öffnet sich bald eine Türe für mich.
Unsere Familienplanung haben wir nun für die nächsten 5 Jahre auch erstmal abgeschlossen. Danach kann man ja nochmal neu drüber nachdenken – so mit 36 ;-). Aber ich genieße die Zeit sehr. Auf dem Spielplatz gestern waren beide die ganze Zeit unterwegs, kamen nur zum Küsschen geben, trösten, essen oder trinken zu mir und das macht Spaß! Ich kann abends frei weggehen, ich habe Feierabend, ich schlafe wieder durch. Eltern sein ist echt ein sehr schöner, aber auch anstrengender 24h Job. Aber wenn sie etwas älter sind ist das schon ne coole Sache. Meine Freundinnen aus der Schul- und Studienzeit bekommen jetzt alle ihre Kinder und ich höre ihnen gerne zu und bestätige sie darin, wie anstrengend die ersten 2 Jahre sind. Innerlich bin ich einfach nur froh es schon geschafft zu haben :-).
Mir geht es gut. Ich bin sehr dankbar und glücklich und so darf es gerne weitergehen.

Gartenglück²

Wir lieben unseren Garten und es ist definitiv unser liebster Ort im Sommer. So viel Platz zum spielen, toben, lachen, buddeln, schaukeln, rennen, in der Hängematte liegen. Aber auch meine Rosen, meine Tomaten, meine Gemüsepflanzen und ganz wichtig: meine Johannisbeerbüsche. Am allerwichtigsten sind aber die Nachbarsmädchen. Die sind einfach die besten Babysitter <3.

Schon seit Jahren liegt mir mein Papa in den Ohren, dass unsere Kinder unbedingt ein Häuschen mit Rutsche und Schaukel brauchen. Aber mir war die Gefahr mit den kleinen Kindern einfach zu groß – bzw. ich wollte wenigstens im eigenen Garten entspannt herumliegen dürfen, ohne den kleinen Bruder ständig an der Leiter zu unterstützen. Und dieses Jahr gab ich ihm dann den Startschuss und das hat nicht lange gedauert, bis er mit einem kleinen Sprinter anrückte und einen Haufen Holz in unserem Garten abgeladen hat. Es folgten einige Besuche – ich erinnere mich noch an den strömenden Regen und wie wir zwei unbedingt genau da das Fundament gegossen haben – bis dann das Häuschen endlich stand. Wow ist das riesig! Und toll! Hach!!! Und was soll ich sagen? Die Kinder lieben es. Ich hatte die Ehre es abzuschleifen und anzumalen. Das war bitterkalt noch im März. Aber es sollte zum Geburtstag der Großen fertig sein und das Ziel haben wir dann auch erreicht. Als Geschenk gab es noch eine große Nestschaukel die seit dem jeden Tag viel genutzt wird. DANKE Opa <3.häuschen

Heute war ein richtig entspannter Gartentag voller kleiner Glücksmomente, die ich einfach mal festhalten möchte.

Die beiden spielten wunderschön zusammen. Diverse Rollenspiele, von Dinosaurierkindern, bis hin zu Mama und Kind…schließlich hörte ich folgenden Dialog:

Rumpelina: Möchtest du deine Fleischküchle mit Brokkoli oder ohne?
Lixi: Mit Ohne!
Rumpelina: Aber im Spiel hättest du ihn halt gemocht, okay?

Hahaha. Herrlich. Erstens heißt das bei mir in der Familie Frikadelle, aber anscheinend hat das fränkisch hier an der Stelle gesiegt und mein Kind sagt Fleischküchle…und dann essen beide keinen Brokkoli. Aber schön, dass sie im Spiel ihrem Kind welchen anbietet. Finde ich ja höchst spannend!

Da es fast 30 Grad draußen war, stellte ich noch einen Eimer Wasser hin und ihre Wasserspritzer und ehe ich mich versah wurde ich von oben bis unten pitschenass und wir jagten uns laut lachend durch den Garten. Kann es größeres Glück geben als solche Momente?

IMG_4368

Ironie

Der kleine Bruder verteilt lauter Papierschnipsel auf dem Boden. Dann ergab sich folgender Dialog:

Rumpelina: Mama! Schau mal, was der Lixi da macht!!!
Ich antworte leicht genervt: Super Lixi, ganz toll!
Rumpelina: Das war jetzt Ironie, oder?!

Ja – ich würde sagen, jetzt hat mein großes Kind eine der wichtigsten Sachen im Leben gelernt.