Wie es so läuft

Die Kollegin, die mich noch eingearbeitet hat, bevor sie in einen anderen Stadtteil gewechselt ist, treffe ich hin und wieder. Jedes Mal stellt sie mir die gleiche Frage: und wie läuft es denn jetzt mit Arbeit, Kindern und Haushalt?

Ja also…

…es läuft. wir kriegen es zusammen hin. Nur leiste ich schon deutlich mehr als 100%. Ich gebe einfach alles um irgendwie alles unter einen Hut zu kriegen. Gerade das frühe Aufstehen und das getacktete Kinder fertig machen. Das nie, wirklich nie Zeit bleibt mal in Ruhe aufs Klo zu gehen ist schon echt anstrengend. Wir sind meistens um 7:10 am Kindergarten und um viertel vor 8 bin ich im Büro. Dort angekommen ist alles super. Ich liebe meine Arbeit und würde am liebsten Vollzeit arbeiten, wenn mein Mann dafür den Rest mit Haushalt und Kindern machen würde. Oops. Hab ich das jetzt wirklich geschrieben? Es ist deutlich weniger anstrengend. Denn aus dem Büro raus wird es dann erst herausfordernd. Kinder abholen – mindestens eines hat schlechte Laune wegen irgendwas. Dann die üblichen Termine: Ballett, Garde, Bücherei oder so. Dann zwischendurch noch schnell einkaufen, kochen, Wohnung etwas aufräumen, Abendessen vorbereiten, Spülmaschine ausräumen…nicht zu vergessen: Bücher vorlesen, Streit schlichten, in den Arm nehmen, zuhören, Spiele spielen und am Abend dann Zähne putzen, Kinder fertig machen und den Sohn ins Bett bringen (der akzeptiert momentan nur Mama).

…dann ist da noch die Sache mit dem Anspruch. Anspruch, wie ich es gerne hätte, aber auch Anspruch wie ich mich wohl fühle. Ich kann mich abends einfach nicht auf die Couch legen, wenn die Wohnung nicht aufgeräumt ist. Es muss nicht jeden Tag gesaugt und gewischt werden, aber ich brauche Ordnung. Die Küche wiederum sollte sauber sein, damit mir am nächsten Morgen beim Kaffee kochen nicht direkt die schlechte Laune ins Gesicht springt.

Und dann war da diese eine Nacht, in der mich der Sohn aus unerfindlichen Gründen nicht hat schlafen lassen. Dann die vielen Überstunden der Woche und bämm brech ich zusammen. Wann? Am Freitag Nachmittag. Da kann ich nicht mehr. Ich leg mich ins Bett, mache den Kindern ein Hörspiel an und schlafe einfach ein. Später lese ich im Bett, aber aufstehen geht einfach nicht mehr. Diese Ichzeit fehlt einfach.

Am Samstag wird dann die Wohnung gesaugt, geputzt und 4 Maschinen Wäsche gewaschen. Der Sonntag bleibt zum Erholen, für die Familie, für Ausflüge.
Es geht, aber es ist anstrengend. Schön wären ab und an mal ein freier Nachmittag zum Sport machen, lesen oder um mal aufs Klo zu gehen. Schön wäre auch wenn der Sohn mal alleine spielt. Und ganz besonders schön wäre es, wenn er mal aufhören würde den ganzen Tag zu jammern. Das ist echt nur schwer zu ertragen.

Wofür bin ich dankbar? Dass mein Mann viel hilft, dass er Mittwochs die Kinder holt, dass wir immer mal wieder essen gehen statt kochen, dass wir gesund sind, dass wir uns lieben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s