Ein Tag mit einem 2 Jährigen

Dieser kleine Frechdachs alias Sohn bringt mich manchmal wirklich an den Rande des Wahnsinns. Der hat es so faustdick hinter den Ohren…neulich schrieb ich auf Twitter, dass ich nun 4 Jahre glaubte, dass meine Erziehung voll super wäre, weil meine Große ein total braves und liebes Kind ist und nun verzweifel ich völlig . Na gut, ganz so schlimm ist es nicht. Aber ich musste lernen, dass er so heftig jede Grenze austestet, gerne auch 10 bis 20 mal und das das gar nichts mit meiner/unserer Erziehung zu tun hat. Ich habe sämtliche Reaktionen die mir einfallen und die für mich okay sind ausprobiert und angewendet. Er tut es trotzdem immer wieder. Mit großer Absicht und viel Freude. Damit ich es nicht vergesse, schreibe ich für später also einfach mal unseren heutigen Tag auf.

Heute Morgen hat es wunderbar geklappt die Kinder in den Kindergarten zu bringen. Am Morgen waren alle gut gelaunt, ließen sich anziehen und als ich zu Hause ankam war ich hoch motiviert die Wohnung zu wischen, das Bad zu putzen, die Wäsche anzustellen und aufzuhängen und die von gestern zu falten und in die Schränke zu räumen, die Spülmaschine auszuräumen, etwas Ordnung zu machen und wenige Seiten  in meinem Buch zu lesen. Mittagessen hatte ich irgendwie versäumt und mir ein bisschen Quark mit Obst zusammengerührt. Im Kindergarten rannte mir Lixi freudestrahlend in den Arm. Er war total glücklich und freute sich, dass ich ihn abholen komme. Dann sind wir in die Kindergartengruppe gelaufen um die große Schwester abzuholen. Die malte gerade ein Bild und flippte völlig aus, als ihr etwas nicht gelang. Ich nahm sie in den Arm und wog sie ein paar Minuten hin und her. Ich fragte die Erzieherin was los ist und bekam zur Antwort, dass sie eine lange Wanderung unternommen haben und ihr anschließend das Mittagessen nicht geschmeckt hat. Okay, übermüdet und unterzuckert. In der Zwischenzeit fegte Lixi durch den Gruppenraum und machte lauter Blödsinn. Ich war froh, dass ich das Auto genommen habe und Rumpelina in dem Zustand nicht heimlaufen lassen musste. Ich wollte mit den beiden zum Ausgang gehen, aber der Sohn zog es vor lieber weg zu rennen und versuchte beim Einfangen sämtliche Spielsachen mitzunehmen und war sehr erbost, als ich ihn nicht mehr mit den Autos habe spielen lassen. Völlig fertig saß die Große auf dem Schuhbänkchen und ich habe ihr ausnahmsweise ihre Sandalen angezogen. Dann versuchte ich den Sohn erneut einzufangen und er haute seine Schwester einfach mal. Bumm öffneten sich erneut alle Schleusen und mein armes Mädchen schrie und heulte. Also so kenne ich sie gar nicht. Endlich hatten beide Kinder Schuhe an und zack fehlte die Kappe vom Sohn. Schnell nochmal zurück in den Gruppenraum. Als ich wiederkam hatte der Sohn das Schuhregal schön leer geräumt. Alles wieder eingeräumt und mit der Großen vor die Türe getreten. Da brauchte ich noch 5 Ermahnungen bis der Sohn auch endlich kam. Ich merkte nun auch, dass die Hitze, das fehlende Mittagessen und der Stress mir etwas auf den Kreislauf schlägt. Also schnell zum Auto. Dort stellte sich Rumpelina so blöd vor die Türe, dass ich sie ihr mit voller Wucht an die Stirn knallte. Sie bekam vor lauter Schmerz nicht mal ein Heulen heraus und rang sichtlich nach Atem. Scheiße. Arme Maus. Ich nahm sie fest in den Arm und wog sie erneut hin und her. Mist. Mist. Mist. Ich überzeugte sie, dass wir schnell heimfahren, damit wir dort kühlen können. Im Auto schrie der Sohn die komplette Zeit wegen der Sonne. Ich trug ihn schreiend die Treppe hoch und setzte ihn ab, zog beiden die Schuhe aus und holte was zum kühlen. Der Sohn schrie nach Trinken und ich versorgte beide mit Getränken. Recht bald erholte sich Rumpelina und zog sich mit ein paar Spielsachen ins Kinderzimmer zurück und wollte ihre Ruhe haben. Mit dem Sohn bin ich ins Wohnzimmer und habe versucht ihn irgendwie zu beschäftigen. Wir hatten auch eine schöne Zeit. Aber sobald ich mich auch nur eine Minute alleine beschäftigen wollte motzte er und forderte meine Aufmerksamkeit. Und ja, ich empfinde es durchaus als anstrengend 1 1/2 Stunden non stop diverse Spiele zu spielen. Da baut man beispielsweise die Briobahn schön auf, nur dass er sie sofort wieder abbaut als ich mich auf die Couch setzte. Seufz. Dann beschloss ich, dass es im Garten vielleicht schöner ist. Da mich morgen eine Freundin mit Kind zum plantschen besuchen kommt wollte ich „schnell“ den Rasen mähen. Unser Grunstück ist aber nicht gerade klein und es war nicht ohne. Vor allem das Anmachen dieses kack Rasenmähers kotzte mich an. Ich habe jetzt ne Zerrung in der Schulter. Aua. Dann wollte ich etwas in de Hängematte liegen und erhoffte mir spielende Kinder. Stattdessen wurde ich vom Sohn in der Hängematte begossen. Danke auch. Dann warf er die Schüssel mit den Nüssen um, ging ständig zum Rasenmäher. Er ärgerte seine Schwester am laufenden Bande, haute sie, setzte sich in so ne doofe Klappliege und haute sich 5 mal den Kopf an, aber nein er musste ja da sitzen. Dann ging er zum Hasenstall, öffnete ihn und drangsalierte das arme Tier mit einem Federballschläger was ich natürlich schnellstmöglich unterbunden habe. Aber trotzdem. vor unserem Urlaub wurde er erst gebissen. Scheint ja keinen langen Eindruck auf ihn gehabt zu haben. Da ich eh nicht liegen konnte, beschloss ich mit dem Kantenschneider noch die Brennnesseln zu entfernen und musste dafür mehrere Kabeltrommeln anschließen. Wie oft ich den Sohn ermahnt und aufgefordert habe seine Finger davon zu lassen?! Ich fegte noch die Terrasse und räumte alles wieder auf als die Große in eine Biene getreten ist und ganz arg weinte. Ich stellte ihr einen Eimer mit kalten Wasser aus der Regentonne hin und sie hielt ihren Fuß hinein. Zum Glück beruhigte sie sich schnell. Der Sohn war der Meinung er hätte jetzt auch Aua am Fuß und stellte sich auch in den Eimer. Der war aber viel zu eng und ich hob ihn 5 mal heraus. Beim 6 mal pinkelte er noch netterweise in den Eimer. Angeekelt zog die Tochter ihren Fuß heraus. Der Sohn schnappte sich zur Krönung einen Becher, schöpfte Wasser und trank das Zeug. Bäh also echt. Ich schüttete den Becher aus. Setzte ihn auf die Wiese, nahm die Große auf den Arm und ging in Richtung Haus. Der Sohn kam schreiend hinterher. Oben angekommen habe ich eine Zwiebel auf den Stich gehalten, die der Sohn mehrfach versucht hat zu klauen, was ihm irgendwann auch gelang. Dann waren meine Nerven echt fertig und ich machte den Kindern eine Folge Conni an. Ruhe. Zeit etwas zu essen zu machen. Na gut, es gab Tiefkühlpizza. Und okay, es waren bestimmt auch 4 Folgen. Aber ich war am Ende meiner Kräfte. Dann kam endlich der Mann und nach dem Essen bin ich duschen gegangen und kroch erst mal ins Bett um meine Ruhe zu haben und etwas Kraft zu sammeln. In der Zwischenzeit pinkelte der Sohn in die Wohnung, räumte 4 Puzzle aus dem Schrank, hat seine Schwester mehrfach gehauen und schrie gefühlt stundenlang nach Appenhapp (Apfelsaft). Dann hatten wir endlich Schlafanzüge an, Zähne geputzt und waren auf dem Weg ins Bett…da war der Sohn der Meinung er müsse die Lampe anfassen, so eine Leselampe. Ja heiß! Er schrie und schrie und schrie. Ich tröstete und erklärte, dass die Lampe heiß ist und machte sie aus. Und so schnell konnte ich gar nicht gucken, wie er wieder mit seiner Hand dahin gefasst hat. Was will man da noch sagen?! Er war völlig außer sich und bekam keine Luft vor Schreck. Ich musste ihn erst einmal anpusten und es folgte minutenlanges schreien. Ich hielt seine Hand unter kaltes Wasser. Aber man sah nichts. Glück gehabt. Aber der Schreck saß tief.
Aber genau dieses Verhalten ist so typtisch für ihn. eine Verwarnung reicht nicht. Er braucht immer 10 mal die Erfahrung, dass etwas wirklich nein , verboten , heiß oder gefährlich ist.

Und nun wäre ein Schnaps nicht verkehr oder?!

 

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Ein Gedanke zu “Ein Tag mit einem 2 Jährigen

  1. Äh ja! Ich wäre auch für ein Schnäpschen!

    Da bin ich ja froh, dass nur mein Vormittag aus zwei schreienden kleinen Kindern bestand (Nein, nicht die Große) und am Nachmittag noch mal ein Anfall vom Sohn, weil das Bobbycar nicht so wollte wie er wollte…
    Wir hatten hier auch eine intensive Hau-Phase der Schwester fällt mir ein. Seit dem Urlaub ist das Gottseidank verschwunden. Dafür ärgert die Große ihren Bruder nun regelmäßig. Aber bei uns liegt es eindeutig am Ferienkoller. Ich denke ab morgen, wenn die Kita wieder los geht, wird sie ausgelasteter sein.
    Und beim Sohn warte ich meistens ab, bis er sich von allein beruhigt. Nur heute morgen gabs die erste Strafauszeit oben im Zimmer, nachdem es ihn beim Frühstückmachen nicht schnell genug ging und er immerzu „Eieiei“ schrie. Und als er Seins aufgegessen hatte und seine Schwester nix von ihrem Spiegelei abgeben wollte, er den Teller runter schmiss mit der Semmel. Aber da kam er nach 5 Minuten schluchzend von selbst wieder runter und dann konnten wir tatsächlich halbwegs in Ruhe zu ende frühstücken. Herrje. Ich fürchte auch mit dem Sohn wird die Trotzphase noch herausfordernder.

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