Texelliebe

Wenn ich mich zurück an meine Kindheitsurlaube erinnere fällt mir an erster Stelle TEXEL ein. Dort habe ich am Strand laufen gelernt, später Fahrrad fahren und bin auch das erste Mal geritten. Später fuhr ich mit einer Jugendgruppe alleine nach Texel und bekam dort sogar meinen ersten Kuss.
Wir haben viele Familienurlaube dort verbracht und ich bedaure es sehr, dass meine Mama das Klima dort oben irgendwann nicht mehr so gut vertragen hat und wir fortan lieber im Süden Urlaub machten. Allerdings sind wir auch von NRW nach Bayern gezogen und da ist Italien eben auch näher und wärmer.

Nun war ich ganze 16 Jahre nicht mehr dort und meinem Mann erzählte ich seit vielen Jahren, dass er mit mir unbedingt nach Texel fahren müsse. Wir hatten aber auch viele andere Ziele und solange wir ohne Kinder waren, haben wir uns lieber ein paar Städte angesehen. Nun war es aber soweit: es gab ein Texel Revival – und zwar mit meiner ganzen Familie. Meine Eltern, meine Schwestern mit Partner und meinem Neffen und meine drei. Um es vorneweg zu schicken: der Urlaub war WUNDERSCHÖN. Wir sind in unserer alten Ferienanlage untergekommen, in einem ziemlich schicken Familienhäuschen wo wir alle viel Platz hatten. Es gab sogar eine Sauna. Die Ferienanlage hat sich ziemlich verändert. Es gab einen riesigen Spielplatz der eher an einen Freizeitpark erinnerte. Hüpfekissen, Trampoline, Riesen Rutsche, kleine Motorräder zum fahren, ein Hochseilgarten…nur wenige Sachen habe ich wieder erkannt: den Reiterhof und das Schwimmbad. Am letzten Tag bestand meine Schwester darauf, dass wir gemeinsam die rote Rutsche rutschen – wie früher! Das war ein Spaß. Als wir oben ankamen, las meine Schwester vor, dass die Rutsche 1986 erbaut wurde. Also die gab es also noch ;).

Aber mal der Reihe nach. Wir sind wie immer um kurz nach 4 Uhr morgens losgefahren und hatten zwar viel Regen, kamen aber sehr pünktlich gegen 12 auf Texel an. Mein Herz klopfte ganz arg und ich war wirklich aufgeregt alles wiederzusehen. Wir machten eine kleine Essenspause in Den Burg und begrüßten recht bald den Rest meiner Familie. Ach was war das schön alle da zu haben. Dann bezogen wir endlich unser Häuschen, richteten uns ein, die Kinder erkundeten alles und wir sind bald zum Abendessen ins Nachbardörfchen aufgebrochen. Dort gab es für mich ein sehr leckeres Käsefondue. Anschließend sind wir endlich alle zum Strand gefahren. Dort war es so schön. Die Kinder konnten es gar nicht fassen – diese Weite, dieser riesen Sandkasten. Sie rannten und tobten umher. Meine Große schrie und quietschte. Die Fotos von ihr sind herrlich. Der Kleine hatte wie immer nur Unsinn im Kopf und war schneller in den Dünen verschwunden als du schauen kannst. Dort entdeckte er, wie lustig es ist dort hinunter zu rutschen und auch als er kopfüber im Sand landete gluckste und lachte er. Pures Glück. Das war so schön.
Lixi ist ja ein sehr großes Opa-Kind und war so glücklich, dass er und natürlich auch alle anderen mit dabei waren. Aber am ersten Abend hat er im Bett so lange geschrien, bis ich ihn runter in Opas Arm gelegt habe. Dort kuschelte er sich hin und schlief ganz schnell und selig ein.
Samstag holten wir unsere Fahrräder für die Woche ab und entdeckten das Gelände, gingen an den Strand wo es recht windig war, so konnten wir nur mit den Füßen ins Wasser, bauten eine Burg und ließen die Drachen steigen.

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Am Sonntag machten wir nach dem Frühstück mit meiner Schwester und ihrem Sohn gleich eine kleine Fahrradtour durch die Dünen. Am Nachmittag sind wir dann noch zum Strand gefahren. Dieses Mal nur wir vier. Der Hinweg war noch ganz vielversprechend. Aber dann haben sich die Kinder nur gekloppt, gestritten und wirklich nur Quatsch gemacht. Vor allem der freche Sohn hat mich so lange provoziert, bis mir der Geduldsfaden riss und wir den Ausflug abgebrochen haben und darauf verzichtet haben uns mit meiner Familie zum Abendessen zu treffen. Stattdessen gab es Pfannekuchen zu Hause und wir steckten die Kinder bald ins Bett. Ach vorher meinte der Sohn noch ein paar Vogelbeeren essen zu müssen. Aber ich habe jetzt gelernt, dass die entgegen ihres Rufes gar nicht so giftig sind. Sie können nur zu Durchfall führen wenn man viel davon roh isst. Aber es ging alles gut. Aber da ich mit meinen Nerven echt am Ende war, schenkte meine Familie uns einen Kinderfreien Nachmittag. Vorher sind wir aber noch beim Pony reiten gewesen, was allen drei Kindern viel Spaß gemacht hat. Dann setzten mein Mann und ich uns auf die E-Bikes meiner Eltern. Ja, ich hasse Fahrrad fahren. Vor allem mit Gegenwind und Bergauf. Ich fahre auch nie länger als 15 km und bin dann echt kaputt. Und was soll ich sagen? Ein Traum diese Dinger. Bereits nach 5 km bin ich mit meinem Mann in Verhandlungen getreten, dass wir auch sowas brauchen ;-). So konnten wir nämlich eine ziemlich lange Inselrunde machen uns hatten am Ende über 40km geschafft die wunderschön war. Wir schauten uns 2 kleine Städtchen an, haben lecker gegessen – endlich Poffertjes – und fuhren von einer Küstenseite zur anderen um dann durch die Dünen bei sehr starken Gegenwind zurückzufahren. Es war so schön und hat mich sehr erholt. Meine Kinder haben in der Zeit einen Ausflug ins Ecomare unternommen um dort Robben anzusehen. Die hatten sicher auch ihren Spaß.20160814_16120620160815_134234IMG_3217IMG_3233

Dann gab es noch einen Strandtag, ein Besuch auf einem Schafs-Erlebnisbauernhof wo man Lämmer auf den Schoß bekommt und eine Vorführung bekommt, wie Schafe von Hunden zusammen getrieben werden und eines am Ende geschoren wird. Die Kinder interessierten sich aber mehr für die kleinen Traktoren mit den Anhängern. Denn dort lag einfach ein Heuballen herum und die Kinder beluden mit großem Eifer die Anhänger und fuhren herum. Welch ein Spaß. Wir haben noch unser altes Lieblingsrestaurant besucht mit einem gigantischen Spielplatz dabei – überhaupt hatten wir tolle Spielplätze gesehen. Die Große traut sich fast alles ganz alleine und hat im Urlaub gelernt so Stangen und Seile herunterzurutschen und war über glücklich. die Holländer sind auf jeden Fall super kinderfreundlich und es macht richtig Spaß dort essen zu gehen. Wenn man als Vegetarier auch nicht immer so viel Auswahl hat. Aber die Pommes sind lecker ;-).

Am Mittwochabend brachten wir die Kinder ganz zeitig ins Bett, düsten erneut mit den e-Bikes los zum Leuchtturm und haben uns in Zweisamkeit den Sonnenuntergang am Meer angesehen. Das war schön, wenn die Wolken aber leider keinen sensationell tollen Blick zuließen. Dafür hatten wir die Chance den Leuchtturm und den Vollmond auf ein Bild zu bekommen. Anschließend sind wir in die heiße Sauna um uns wieder aufzuwärmen.

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Am letzten Abend haben wir auf Empfehlung ein ganz tolles Strandlokal entdeckt, die man dort Paal nennt und hatten endlich mal eine leckere vegetarische Auswahl. Mein Burger war der OBERHAMMER. Den würde ich jederzeit wieder essen. Besonders der Ausblick auf das Meer, die Dünen und die langsam untergehende Sonne war atemberaubend. Ich war durchströmt vor Glück und konnte gar nicht aufhören Fotos zu machen. Auch von den Kindern sind so schöne Fotos dabei. Und so kamen wir auch noch zu unserem schönen Sonnenuntergang-Foto :).

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Die Woche ging viel zu schnell vorbei! Wir hatten wirklich schönes Wetter und haben so viele tolle Sachen erlebt. Es war der erste Urlaub, an dem ich nicht nach Hause wollte. Ich stand mit Tränen in den Augen auf der Fähre und blickte sehnsüchtig nach Texel, das immer kleiner wurde. Wir kommen wieder, versprochen! Denn meine Kinder haben sich auch sofort verliebt und meine Große fragt schon ständig, ob wir da mal wieder hinfahren.20160819_092446

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