Das 1. Fahrrad wurde ein Woom

 

Unser großes Mädchen wurde vor zwei Wochen ja VIER Jahre alt. Da eigentlich schon alle ihre Freundinnen ein richtiges Fahrrad hatten, also mit Pedalen und kein Laufrad war für Rumpelina schon lange klar: sie möchte auch eins. Wir überlegten kurz, ob wir ihr den Wunsch im Spätherbst noch erfüllen sollten, aber beschlossen dann doch bis zum Geburtstag zu warten. Dann ist die Freude größer und es ist Frühling und sie kann es direkt nutzen.IMG_2330.jpg

Nun haben wir uns lange den Kopf zerbrochen welche Größe denn die richtige ist. Die letzte U-Untersuchung sagte genau 1 m und wir fuhren erst einmal an einem Samstag ganz spontan in einen Fahrrad Discounter um mal so zu schauen. Der Besuch war schrecklich, denn der Laden war gnadenlos überlaufen und es gab eine Firma zur Auswahl und da eben 2 Größen. Unsicher setzten wir die Große auf das kleine 12 Zoll Rad und auf das riesige 16 Zoll Rad und grübelten. Ein Verkäufer war weit und breit nicht zu sehen. Das 16er erschien uns viel zu groß. Sie konnte es nicht mal selbst im stehen halten. Zu schwer, zu hoch. Das Kleine hat gepasst- aber gerade so. Dafür hatte es auch einen stolzen Preis. Denn es war uns klar, das hebt nur diesen Sommer – dann ist sie da rausgewachsen. Lange diskutierte ich mit meinem Mann was wir jetzt machen sollen. Er war der Meinung, wie nehmen das Kleine, denn wenn sie mal in eine brenzlige Situation kommt, kann sie ein kleines Rad viel besser kontrollieren und sie lernt es bestimmt schneller. Aber in mir waren schon erhebliche Zweifel da. Ich fuhr an einem anderen Nachmittag erneut in ein kleineres Fahrradgeschäft. Es gab zwar diesmal eine knappe Beratung, der Verkäufer riet uns zu dem 16 Zoll und wir durften es draußen ausprobieren. Aber es klappt gar nicht. Es war sehr schwer und sie konnte es definitiv nicht alleine halten.Es fehlten ein paar Zentimeter.

Genau zu diesem Zeitpunkt hörte ich das erste Mal vom WOOM, das bessere Kinderrad und war auf Anhieb begeistert. Eine Freundin aus München, also leider zu weit weg um es mal probe zu fahren, hatte es auch zum vierten Geburtstag ihrer Tochter gekauft und schwärmt mir davon vor. Ich informierte mich was denn das Woom zum besseren Kinderrad machte und der größte Vorteil ist das leichte Gewicht. Ich hatte ja schon angemerkt, dass mein Kind Schwierigkeiten hatte das große 16 Zoll Rad alleine zu halten. Ich mag mir dann gar nicht erst vorstellen, wie schwer es ihr fallen mag dieses Gewicht den Berg hoch zu bewegen. Und wir müssen jeden Tag auf unserem Kindergartenweg einen recht steilen Berg bewältigen. Als ich dann weiter recherchierte, bin ich auf einige Kinderfahrräder gestoßen, die keine Rücktrittbremse verbaut haben, sondern zwei unabhängige V-Brake Bremsen. Ich zitiere hier mal kurz von dem Hersteller die Gründe:

1. Aufstieg losfahren nur möglich wenn das Pedal ab 13:00 steht, evtl vorher Verklemmung mit dem Ständer (ist nicht so wirklich ein Problem, lediglich ein Nachteil)

2. Vollbremsung nur dann möglich wenn das Pedal richtig steht während der Fahrt – und da wirds schon ein bisschen kritischer, denn wenn das Kind in eine Gefahrensituation kommt und die Pedale stehen nicht perfekt kommt es zu keinerlei Bremsung.

3. Das Kind wird früher oder später eine Handbremse haben, d.h. je früher die Kleinen – am besten schon am Laufrad ein Gefühl für eine Handbremse bekommen, desto schneller lernen sie es auch und werden im Ernstfall richtig reagieren. Besonders wichtig ist dabei auch die Vorderbremse, denn diese hat die grösste Bremswirkung und die Dosierung zu lernen ist extrem wichtig.

Das WOOM 2 und WOOM 3 Fahrrad haben spezielle „small hand reach“ Bremsen, also ist es auch für kleinen Finger kein Problem eine gute Bremswirkung zu erzeugen.

Quelle: http://www.woombikes.com/pages/faq

IMG_2348Außerdem fand ich auf Anhieb, dass die woombikes extrem cool aussehen und habe mich quasi direkt verliebt. Ich sprach also wieder mit meinem Mann und auch er fand das Rad sofort sehr cool und beschäftigte sich noch mit den technischen Details die für mich nicht so spannend waren, aber die Geometrie des Rads ist für Kleinkinder entwickelt worden und es gibt eine Lenkeinschlagsbegrenzer gegen Überdrehen des Lenkers. Das Bike wird in Österreich zusammen gebaut und kann leider in Deutschland nur bei sehr wenigen Händlern gekauft werden. In meiner Nähe war das leider nicht möglich. Also habe ich mich mit all meinen Fragen direkt an Woombikes gewendet und immer schnelle, persönliche Antworten erhalten. Es gibt auch eine 90 Tage Geld zurück Garantie, deshalb fand ich das Risiko nun ein Fahrrad im Internet zu bestellen nicht allzu hoch. Toll finde ich auch, dass man sein zu klein gewordenes Woom gegen ein größeres eintauschen kann (man erhält 40% vom Kaufpreis) und spart so eine Menge Geld. Wir haben uns schließlich für das kleinere Woom 2 (14 Zoll) entschieden. Vielleicht wäre das Woom 3 (16 Zoll) auch schon möglich gewesen, aber unsere Tochter ist eher zögerlich was neue Fahrzeuge betrifft und mit Pedalen am Dreirad kam sie z.B. noch nie zurecht und wir wollten es ihr so leicht wie möglich machen. Da in 2 Jahren ihr Bruder nachkommt und sicher auch baldmöglichst Fahrrad fahren lernen möchte ist es auch völlig okay, wenn sie dann in 2 Jahren ein neues braucht. Sie hat sich übrigens alleine für das blaue Rad entschieden. Eine super frische Farbe! (Okay, ich habe ihr das lila Fahrrad nicht gezeigt aus Rücksicht zu ihrem Bruder ;)).

Vorfreudig hab ich das Fahrrad schließlich bestellt. Dann war es aber zeitlich ganz schön knapp, da noch Ostern war und viele Osterhasen ein Woom zu schleppen hatten. Aber man garantierte mir eine pünktliche Lieferung und ich hatte sogar noch 2 Tage Zeit zum zusammenbauen. In der Anleitung stand, dass jeder Ungeübte das mit wenigen Handgriffen schafft. Das motivierte mich es sofort zu tun. Najaaa, also sagen wir mal so: ich habe es nicht geschafft und nach einiger Zeit etwas frustriert aufgegeben. Ich habe nämlich tatsächlich gar keine Ahnung von Rädern. An der Stelle hätte ich mir mal ein, zwei Sätze gewünscht statt der Bilder. Aber mein Papa kam am nächsten Tag und hat es recht schnell geschafft alles zu montieren.

Am Geburtstagmorgen war die Freude sehr groß, als das Rad auf dem Tisch stand und Rumpelina setzte sich direkt drauf und strahlte über das ganze Gesicht. Leider war das Wetter etwas schlecht und ich wollte für die erste Fahrt auch Ruhe haben. Zwei Tage später war es dann soweit. Sie durfte im Hof erstmal ein Gefühl für das Fahrrad bekommen und dann sind wir in die nächst gelegene Spielstraße gefahren zum üben. Ich hielt sie hinten fest und schob sie an und als ich merkte, dass sie die Balance prima alleine halten kann gab ich ihr noch einen sanften Schubs und sie fuhr davon. Alleine. Einfach so. Als wenn sie nie etwas anderes gemacht hätte. Das war sehr beeindruckend.Sie war mindestens so stolz auf sich, wie ich auf sie. Wir übten das ganze noch ein paar Mal und dabei ist auch dieses Video entstanden:

Am Nachmittag sind wir dann direkt zum Spielplatz gefahren, denn dort kann man auf dem Weg prima üben, ohne vor Autos angst haben zu müssen und es war ein schönes Erlebnis für uns alle. Sie düste den mini Hügel hinab und strahlte ohne Ende. Sie hat das Treten und Kurve fahren sofort richtig ausgeführt – da zahlt sich das jahrelange Laufrad fahren aus. Nur wenn es Berg hoch geht bleibt sie sehr schnell stehen und ist etwas frustriert. Da fehlen mit Sicherheit auch ein paar Muskeln. Aber das trainieren wir jetzt. Ich erklärte ihr kurz wie die Bremse funktioniert und beim erste Versuch legte sie direkt eine Vollbremsung hin und lachte darüber aber sie hat ganz schnell verstanden, wie sie sich langsam einen Berg hinunterbremst und kam mit den Handbremsen vorne echt gut klar. Das Anfahren habe ich dann ein paar Tage später mit ihr geübt als wir bei meinen Eltern waren, die leben nämlich auf dem platten Land und da hatten wir auch genug Zeit und Platz dafür. Ich erklärte ihr folgende Technik. Ein Fuß auf die Pedale und mit dem anderen 2 bis 3 mal abstoßen wie beim Rollerfahren und wenn sie dann etwas Schwung hat den Fuß auch auf die Pedale und direkt schnell weiter treten. Das hat sie nach kurzem Üben verinnerlicht und hatte ihren Spaß die Straße hoch und runter zu fahren – ganz alleine!

Ich möchte mich bei woombikes für die nette Zusammenarbeit bedanken und bin sehr gespannt auf den Frühling und den Sommer – ob wir mal eine richtige Fahradtour unternehmen werden und auf unseren Hollandurlaub wo wir das Rad sicher mitnehmen werden. Hier nun also noch ein paar Fotos:

 

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