Abstillen

Dieses Abstillen ist ganz schön emotional. Wir (also mein Mann und ich) hatten nach meinem Zusammenbruch ja beschlossen, dass es so nicht mehr weiter gehen kann und das mein Mann am nächsten Wochenende (also jetzt gerade) das in den Schlaf bringen und die Nächte übernehmen wird. Er hat sich extra den Montag noch freigenommen, um den Zeitstress etwas aus der Sache zu nehmen.

Nun kam es aber anders.

Dienstag:
Ich brachte den Sohn wie immer ins Bett. Gab ihm zum einschlafen eine Brust. Um 22 Uhr wurde er wach, rief nach mir und forderte sofort die zweite Brust ein. Ich war ziemlich müde und machte mich direkt bettfertig um dann auch zu schlafen. Er trank und war dann ziemlich schnell frustriert, weil nicht genug Milch kam. Er dockte sich ab und schrie mich wütend an. Ich erklärte ihm, dass meine Milch in den Brüsten leer sei und ich ihm leider nicht mehr geben kann. Ich streichelte, küsste und versuchte ihn irgendwie zu beruhigen. Aber er war sauer. Dann kam mein Mann dazu und ich fragte den Sohn, ob die Mama gehen soll. Da nickte er ganz heftig. Also nahm ich mein Bettzeug und bezog das untere Bett im Hochbett im Kinderzimmer (da wo eigentlich mal der Sohn schlafen soll). Mein Mann berichtete mir später, dass er ihm in der Küche noch mit Joghurt gefüttert hat und danach relativ entspannt zum einschlafen gebracht hat. Wie durch ein Wunder (also für mich ist das ein Wunder!) schlief der Sohn dann die ganze Nacht friedlich neben Papa durch. Ich war nachts ein paar mal wach und konnte es gar nicht fassen, dass er nicht anfängt zu rufen. Aber da war nichts. Am nächsten Morgen strahlte er mich glücklich an. Okay. Cool!

Mittwoch:
Abends nahm Papa den Sohn auf den Arm, kam zu mir uns sagte „wollen wir der Mama Gute Nacht sagen?“ und er gab mir direkt ein Küsschen, winkte und grinste mich an. Er war total happy, dass er mit Papa schlafen gehen darf. Öhm! Ja schön! Ich brachte also die Große ins Bett und hörte dann noch, wie er dann im Bett doch ziemlich laut schrie und doch nicht so glücklich war. Er bekam noch was zu essen und mein Mann hielt das einfach durch und brachte ihn mit etwas Geduld schließlich zum schlafen. Meine Brüste fanden den Abend dann nicht ganz so lustig. Ich ging später noch duschen und strich die Milch unter dem warmen Wasser aus. Ich legte mich wieder ins Kinderzimmer zum schlafen. Gegen Mitternacht schrie der Sohn laut und lange und bekam noch was zu essen und schlief erst nach 45 Minuten wieder ein. Ich blieb liegen. Jetzt aufstehen brachte nichts. Ich wollte meinen Mann auch einfach seinen Weg gehen lassen. Einmal Mama sehen könnte alles ins wackeln bringen, was er gerade geschafft hat. Ich mein, wer schläft gerne neben einer Sahnetorte, wenn er Diät macht? Ich verstehe meinen Sohn schon, dass er mich nicht sehen will. Gegen 3 Uhr hörte ich ihn aber wieder schreien. Sehr laut, wütend, zornig, verzweifelt. Nachdem es auch kein Ende nahm hielt ich es nicht mehr aus und bin doch rüber gegangen. Und was sah ich? Ein völlig aufgelöstest Baby (jaja, er bleibt mein Baby ;)) das neben dem schlafenden (!) Papa im Bett sitzt. Glaub, mein Mann war richtig fertig, dass er das nicht gehört hat. Müttern passiert sowas zumindest nicht. Ich nahm ihn hoch, drückte ihn ganz fest an mein weinendes Mamaherz und hab ihn mit in mein Bett genommen. Meine Brüste schmerzten sowieso und da er direkt mehrfach die Gebärde für stillen machte gab ich ihm die Brust. Und es fühlte sich richtig an. Er schlief direkt weiter und kuschelte eng mit mir. Am frühen Morgen trank er noch die andere Seite und alles war gut.

Donnerstag:
Ich war sehr gespannt, wie es nun weiter geht. Ich wollte nichts erzwingen unter der Woche, vor allem, wenn mein Mann arbeiten muss und besprach mit meinem Mann, dass wir es auf uns zukommen lassen. Zur Not stille ich ihn zum einschlafen und schlafe dann wieder woanders. Aber was passierte? Ich fragte ihn abends, wer ihn ins Bett bringen soll und er zeigte eindeutig auf Papa und schmiegte sich eng an seine Brust. Dann winkte er mir und ließ sich von ihm ins Bett bringen. Ich schlief wieder im Kinderzimmer und hörte die ganze Nacht nichts von ihm. Gegen Mitternacht war er wohl wach und ließ sich durch eine Fruchttüte beruhigen. Er hat richtig verstanden was los ist und arbeitet aktiv mit, um unsere wirklich großenteils sehr innige und wunderbare Stillbeziehung zu beenden. Er ist so groß, dass er alles versteht was wir ihm sagen. Er hat meinen Zusammenbruch auch miterlebt. Papa hat ihm gesagt, dass er das jetzt mit ihm schafft ohne stillen und er lässt sich so prima darauf ein. Es gab kaum Tränen. Er macht mich so stolz! Ich dachte er wird mich weniger lieb haben, ich erwartete einen starken Machtkampf (so wie es bisher oft ablief, wenn ich es versuchte). Nein, es ist und war der richtige Weg und der richtige Zeitpunkt. Mein großer Junge, ich liebe Dich! DANKE.

Freitag:
Auf den Abend war ich sehr gespannt und blickte ihm besorgt entgegen. Denn mein Mann war mit Kollegen direkt nach der Arbeit unterwegs und ich musste beide Kinder alleine ins Bett bringen. Meinen Brüsten ging er erstaunlich gut. Alles weich. Ich nahm regelmäßig Globuli zum abstillen. Ich wollte auf jeden Fall versuchen ihn ohne stillen ins Bett zu bringen. Sollte es gar nicht klappen, würde ich es tun. Aber er überraschte mich wieder. Denn er wollte gar nicht stillen. Er tat sich sehr schwer damit, dass Papa nicht heimkam. Er suchte ihn. wir machten erst der Schwester ein Hörspiel an und dann legte ich mich mit ihm und einer warmen Milch im Becher ins große Bett. Er war ganz leise, trank die Milch und rollte sich anschließend zur Seite und ließ sich streicheln. Das war ein sehr schöner Moment. Ich war wieder sehr dankbar, dass er es akzeptiert hat. Er war beinahe eingeschlafen, da kam die Große, weil sie nicht einschlafen kann. Da war der Sohn auch wieder wach und schrie seine Schwester an, er war richtig wütend, wollte sie nicht da haben. Und dann war der ganze Abend richtig kacke. Ich versuchte alles um die Kids irgendwie zum schlafen zu bringen. Gegen 22 Uhr ist es mir endlich gelungen und ich blieb direkt neben dran liegen. Nachts war der Sohn mal wach, Papa lag auch schon neben ihm und er schrie wütend den Milchbecher an. Dann holten wir ihm was zu essen und er hat gierig zwei kleine Joghurts gegessen. Nun ja. Und dann schlief er weiter, etwas unruhig aber es war okay. Am nächsten Morgen war er sehr gut gelaunt. Er sagte das erste Mal den Namen seiner Schwester. Okay, er versuchte es und sagte „Ina“. Das war arg süß! Ja. Also ich bin sicher, er ist jetzt abgestillt. Und das ist gut so.

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