Kleiner Zusammenbruch

Unsere vergangene Woche war für uns alle wahrlich nicht leicht. Normalerweise kenne ich mich selbst als energiegeladenen, fröhlichen Menschen. Ich sehe meist das positive, lache gerne und viel und versuche so viel es geht zu schaffen. Nun haute uns alle der Reihe nach diverse Krankheiten um und als Mutter kümmert man sich der Reihe nach schön um alle und darf selbst einfach nicht krank werden. Zeitgleich kam dann die Eingewöhnung vom kleinen Sohn in die Krippe dazu und noch diverser Vorweihnachtsstress. Das schlimmste für mich: das nächtliche stillen. Er saugt mich aus, er schläft nicht. Das macht mich so fertig. Ich habe keinen Drive mehr. Ich hänge nur noch herum, jammer und wünsche mir er würde aufhören. Ich sehe keinen Ausweg. Er brüllt so laut und schlimm, wenn ich ihm die Brust verweigere als ob ich ihn in kochendes Wasser halten würde. Das glaubt mir keiner außer mein Mann. Aber es ist so. Er erbricht sich und steigert sich völlig hinein. Und wie soll ich das aushalten, wenn ich eh schon völlig am Ende bin? Meine persönliche Krönung letzte Woche war dann mein kranker Mann, der sich konsequent ins Bett legt und da bleibt. Ich packe meinen Alltag 1000 mal lieber alleine als wenn ich weiß da liegt einer im Bett und tut nix kuriert sich aus. Ich kann da auch einfach nicht die fürsorgliche Ehefrau sein, auch wenn ich es streckenweise versucht habe. Mein Körper hat auf jeden Fall völlig aufgegeben. Am Montag schickte er mir höllische Unterleibsschmerzen, was ich gar nicht kenne. Ich krümmte mich vor Schmerzen und konnte nicht mehr sitzen oder laufen. Dienstag war das wieder okay und ich versuchte es weiter mich durch den Alltag zu kämpfen. Aber der Sohn war auch noch leicht angeschlagen und dadurch in der Krippe total unglücklich. Mittwoch haben wir nach 20 Minuten abgebrochen und ich nahm einen wimmernden Jungen mit nach Hause der Kindergarten total blöd fand. Zeitgleich zahnte er noch sehr und litt wie ein Hund. Donnerstag und Freitag ließ ich ihn gleich zu Hause. Er hat mehr als deutlich gezeigt, dass er nicht in den Kindergarten möchte. Das es mir gesundheitlich nicht gut geht interessiert ja auch keinen. Mich auch ins Bett legen bringt ja nichts. Ich war von der Gesamtsituation und den ganzen Terminen richtig fertig. Von jetzt auf gleich brach ich zusammen. Kraftlos. Psychisch ausgelaugt. Leer. Heulend. Immer wieder heulend. Ich habe sowas noch nicht erlebt. Ich hätte ständig weinen können – den ganzen Tag. Immerhin hat mich mein Mann dann in den Arm genommen und versucht mir was abzunehmen. Aber es war Scheiße. Uns ging es allen schlecht :(. Nicht schön. Am Freitag verabschiedete sich mein Mann beruflich nach Berlin, ich packte, bereitete Kleinigkeiten für eine Adventsfeier im Kindergarten vor und ging mit beiden Kindern dahin. Sehr stressig, da der Kleine nur weglief, von größeren Kindern überrannt wurde und sich eine Beule einfing. Schließlich bschloss ich nun zu den Großeltern zu fahren. Leider zeigte mir das Navi den Stau zu spät an und so stand ich mit 2 wachen, motzenden Kindern zwei Stunden im Stau. Wie ich das durchstand? Keine Ahnung. Ruhig bleiben. Atmen. Essen und Trinken nach hinten reichen. Mein Highlight war aber „Ich fühle, dass ich Stinker muss“ und ich wollte gerade verzweifeln, da sah ich die Ausfahrt und rollte auf einen Acker…bei meinen Eltern war ich so platt und legte mich erst mal ne Stunde auf die Couch zum atmen und erholen. Die letzten 30 Minuten schliefen doch noch beide Kinder ein und so hatte ich noch einen wunderbaren Einschlafkampf der mir auch noch zusetzte. Aber okay. Immerhin musste ich keinen kranken Mann mehr sehen und der Tapentenwechsel hat mir auch geholfen. Außerdem hat Opa sich ganz wunderbar um die Kids gekümmert und gestern Abend bin ich mit zwei schlafenden Kindern, die ich direkt ins Bett tragen konnte gut durchgekommen und meine Akkus sind vielleicht wieder bei 30%. Heute habe ich den Sohn wieder in die Krippe gebracht. Man rief mich gegen 11 an und sagte mir, dass es so gut klappt, dass er noch zu Mittag isst und ich ihn  dann holen soll. Und er war total happy beim abholen und schläft immer noch. Nun sind meine Akkus schon bei 40%, denn ich hatte ein gemütliches Frühstück mit Freundinnen und bin zuversichtlich, dass ich jetzt ein paar freie Vormittage haben werde. Und am Freitag stille ich ab. Wie weiß ich nicht. Weil das darf mein Mann machen. So.
Ach und ich liebe ihn wirklich sehr und er ist wirklich immer für mich da. Aber krank kann ich das einfach nicht ertragen – tut mir leid Schatz!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s