Kurztrip in die Berge

Ich fahre seit vielen Jahren leidenschaftlich gerne Snowboard. Als Jugendliche bin ich oft mit „meinen Jungs“ in den Urlaub gefahren. Ein Jahr vor der Schwangerschaft mit Rumpelina das letzte Mal. Mein Mann kann das leider nicht und so verbrachten wir fortan unsere Urlaube lieber im Sommer. So ein Skiurlaub ist ja leider auch verhältnismäßig teuer. Wenn ich dann niemanden habe, der mit mir fährt, dann fahre ich wirklich lieber ans Meer. Macht den Kindern ja ehrlich gesagt auch mehr Spaß. Vor allem wenn sie so klein sind. Dieses Jahr hat mein Vater anlässlich eines runden Geburtstages aber erfreulicherweise uns alle für ein verlängertes Wochenende nach Oberstdorf eingeladen. Wir kamen sogar in einem Hotel unter, in dem wir vor 3 Jahren einen kleinen Aufenthalt im Spätsommer hatten. Ich hatte echt ein wenig Packhorror. Ich glaub man muss sie wieder so viel mitnehmen wie jetzt gerade: Kinderwagen, Skiklamotten, Breigläschen, Trinkflaschen, Schlafsäcke, Klappschlitten, Trage, …immerhin sparten wir uns dieses Mal die Wippe (denn der Sohn kann ja ganz prima alleine überall sitzen) und das Reisebett (gab es vor Ort). Da ich Mittwoch so fertig mit der Welt war, entschieden wir tatsächlich erst Donnerstag vor Abfahrt gemeinsam zu packen. Das ging dann auch erstaunlich schnell (nur 1.5 Stunden). Dann ging es schon los. Die Hinfahrt über schlief der Sohn brav wie immer und das Töchterlein hatte keine Lust. Sie beschäftigte sich großenteils mit ihrem neuen Buch. Das ist echt immer ein guter Tipp, für lange Autofahrten ein neues zu geben. Mittags hielten wir auf einer Raststätte wo es wirklich mal leckeres Essen gab und gegen 15 Uhr trafen wir der Reihe nach alle im Hotel ein und bezogen die Zimmer. Dann dekorierte ich unsere Sitzecke für meinen Papa und wir haben einen echt schönen ersten Tag dort genossen. Abends war die Große hundemüde und wir entschieden, dass wir sie um 19 Uhr hinlegen und dann unten essen gehen. Wir testeten vorsorglich, ob das Babyfon bis zum Restaurant reicht. witzigerweise schlief mir der Sohn ebenfalls auf dem Arm ein und da wir wussten, dass es unten laute Hausmusik geben wird und ich nicht wollte, dass er gleich wieder aufwacht, habe ich ihn ebenfalls ins Zimmer gelegt. Zwei schlafende Kinder und wir sind alle zwei Etagen tiefer essen gegangen, Doppelyay! Leider ging das Babyfon plötzlich doch nicht mehr. Die Menge an Leuten in dem Raum veränderte die Übertragung. Ich wurde sehr unruhig. Der Mann lief mit dem Babyfon auf und ab um eine Stelle zu finden, wo es funktioniert. Schließlich meinte er, dass es jetzt geht. ein richtig gutes Gefühl hatte ich nicht, aber wir gingen noch zweimal hoch und testeten und es funktionierte wirklich. Es war dann eine richtig gute Stimmung mit schön bayerischer Hausmusik und deutschen Schlagern. Herrlich ;-)). Die Kinder schliefen friedlich, wir haben lecker gegessen, gesungen und mein Mann meinte plötzlich er könne nicht mehr tanzen. Wozu haben wir dann eigentlich damals zwei Tanzkurse besucht? War bestimmt nur eine Ausrede, weil ihm die Musik nicht gefallen hat ;-). Schließlich erwachte der Sohn doch noch und er durfte noch ein klein wenig mit uns mitfeiern und den Geburtstagsopa glücklich machen. Das war alles richtig schön und wir sind glücklich ins Bett gefallen.

Am nächsten Tag ging es zum Skilift. Denn die Hälfte von uns wollte sich gerne auf die Bretter stellen und bei schönsten Sonnenwetter Ski bzw. Snowboard fahren. Ich habe vorab schon entschieden, es dieses Jahr ausfallen zu lassen. Ich machte mir da nichts vor: Snowboard fahren ist wahnsinnig anstrengend und dazu brauche ich richtig viel Kraft. Körperlich fühlte ich mich die letzten Monate schon ohne so eine Herausforderung richtig ausgebrannt und fertig. Ich traute es mir schlichtweg nicht zu. Ein wenig weinte mein Herz, als ich die ganzen Snowboards sah, aber ich blieb bei meiner Entscheidung. Hinzu kommt, dass ich mit den Kindern wahnsinnig ängstlich geworden bin. Falls ich mir was breche und ausfalle, was ist dann? Außerdem habe ich noch ein Stillbaby. Wir wollten also lieber Schlitten fahren. Das war auch lustig und abwechselnd fuhr der Mann oder ich mit der Großen den Berg hinab. Mittags setzten wir uns auf eine schöne Hütte in die Sonne und genossen die Aussicht. Rumpelina schlief ein bisschen auf der Bank. Nachmittags haben wir den Hotelpool unsicher gemacht und ich bin mit dem Mann in die Sauna. Alles sehr schön und energiebringend. Abends war die Große aber sehr müde und wollte nicht mit essen gehen. Dieses Mal war das Restaurant im Haus leider geschlossen und wir mussten wegfahren. Wir entschieden also, dass der Mann mit der Tochter im Zimmer bleibt und wir ihm was mitbringen. So hatte ich doch tatsächlich den zweiten entspannten Abend im Restaurant. Denn den Sohn kann man ja problemlos überall mit hinnehmen.

Auch am Samstag schien die Sonne mit voller Kraft. Da hatten wir echt ein richtig tolles Wetter. Leider wachte Rumpelina sehr früh auf und war am Vormittag dadurch sehr knatschig. Hinzu kam, dass wir unseren Ausflug irgendwie nicht richtig geplant haben und etwas herumirrten. Als wir dann endlich mit ihr Schlitten fahren wollten, fiel sie bei der ersten Fahrt vor Müdigkeit herunter. Ihre Apfelschorle fiel ihr danach ebenfalls aus der Hand und sie weinte und jammerte ohne Ende. Also wieder zurück aufs Zimmer, ein paar schnelle Nudeln gekocht und versucht das Kind zum schlafen zu bekommen. Keine Chance. Sie weigerte sich. Seufz. Am späten Nachmittag sind wir dann doch nochmal spazieren gegangen und kaum sollte sie laufen, war sie wieder sooooo müüüüüde. Ja, so kann es halt leider auch laufen mit Kleinkindern im Urlaub. Das ist dann anstrengend und weniger schön. Also packten wir die Große mit in den Kinderwagen und sie streichelte ihren Bruder sehr lieb über das Gesicht und sang Lieder für ihn. Das war wiederum zu niedlich und ging sehr an mein Herz. Aber der Sohn beschwerte sich immer mehr. Es war ihm zu eng. Also nahm ich ihn auf den Arm und die Große schlief plötzlich ganz schnell ein. Endlich! Wir genossen nun aber erstmal die tolle Aussicht und im Hotel schafften wir es sogar die Große schlafend ins Bett zu tragen. Die war wohl richtig müde und schlief tatsächlich auch über zwei Stunden. Abends haben wir uns den anderen dann angeschlossen und sind in ein recht schickes Restaurant gegangen, leider auch zu einer recht späten Uhrzeit. Aber, da Rumpelina bis 18.00 Uhr geschlafen hat, dachte ich geht es gut. Mit viel Ablenkung hat es auch die erste Stunde gut geklappt, dann war es halt doch fast neun, bis das Essen kam (das wirklich ewig auf sich warten ließ) und sie weinte. Das ist dann eben so mit Kleinkindern und wie sagte meine Freundin gestern? Sie isst mittlerweile zehnmal lieber eine Pizza in kindgerechter Umgebung, bevor sie ein teures Essen isst, wo sie es überhaupt nicht genießen kann, weil sie nur auf die Kinder achten muss. Recht hat sie und das mach ich mir nun endgültig zur Devise. Nur noch kindgerechte Restaurants und bestimmt nicht mehr nach 19.00 Uhr irgendwo hin. Das kann nicht klappen. Das gleiche gilt für Cafés. Auf dem Rückweg hielten wir nämlich noch bei den Schwiegereltern und die führten uns in ein neues Café. Das die als Zielgruppe Rentner und keine Familien hatten, erkannte man sofort an dem Kaktus, der auf jedem Tisch steht in den sowohl der Sohn, als auch die Tochter sofort reingreifen wollten. Ganz tolle Tischdeko!

Es tat auf jeden Fall sehr gut mal aus dem Alltag herauszukommen und frische Bergluft zu schnuppern. Hinzu kam Sonne satt und zwei Sauna besuche ohne Kinder, leckeres Essen und viel Zeit mit all den Lieben. Das war schön und hat mir sehr gut gefallen. Danke Papa :).

Berge

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