Dankbar

Dank des neuen Gesetzes, dass jedes Kind ab 1  Anspruch auf einen Betreuungsplatz hat (oder so), hat unsere Gemeinde letztes Jahr beschlossen einen weiteren, dritten Kindergarten zu bauen. Zwischenzeitlich wurde eine Übergangsgruppe eingerichtet und tatsächlich hatten alle Kinder die auch einen wollten einen Platz bekommen. Rumpelina kam also in die Übergangsgruppe, bevor sie dann in den neuen Kindergarten gehen sollte. Erst war ich skeptisch. Übergangsgruppe mit neuem Personal. Kein eingespieltes Team, keine erprobten Räume, nur ein Raum für die Kinder,… aber was besseres hätte uns nicht passieren können. Die 3 Erzieherinnen (teilweise auch Praktikanten) waren einfach nur Herzmenschen. Voller Herzblut haben sie täglich ihr allerbestes gegeben um den Kindern einen schönen Vormittag zu bereiten. Sie waren unheimlich kreativ und haben aus den beschränkten Möglichkeiten das bestmöglichste rausgeholt. Sie waren ganz viel mit den Kindern draußen und ein Pfarrsaal wurde kurzerhand als Turnraum genutzt. Super für mein Kind fand ich auch, dass es keine reine Krippengruppe, sondern eine altersgemischte Gruppe war. Das war umsetzbar, weil es nur 12 Kinder waren. Meine Kleine liebt nämlich ältere Mädchen und orienitiert sich total an ihnen. Sie hat davon unheimlich profitiert. Und für die älteren ist es gut zu lernen auf die Kleinen Rücksicht zu nehmen. Ich bin kein Fan von ausschließlichen Krippengruppen. So haben sie zum Beispiel auch mehrere Ausflüge gemacht, die sie mit einer Krippengruppe nicht hätten machen können. Letzte Woche waren sie alle auf einem Kartoffelacker und durften Traktor fahren und bei der Ernte helfen. Was für ein tolles Erlebnis für die Kinder! Ich liebe ja unser Dorfleben hier :-).

Mit etwas Wehmut packten alle (Eltern, Erzieher und Kinder) am Donnerstag die letzten Sachen zusammen, denn der neue Kindergarten war zumindest teilweise schon bezugsfähig! Das ging richtig flott. Letztens war da noch Wiese und Acker und heute? Heute steht da ein riesiger, genialer, perfekt durchdachter Holzbau der unsere Kinder die nächsten Jahre liebevoll aufnehmen wird. Beim Richtfest waren wir schon alle dort und auch der erste Elternabend hat schon in den Räumen stattgefunden. Gestern durften dann alle Familien die bisher dort sind zum probe spielen kommen. Ach was war das schön. Ehrlich. Meine kleine große war das erste Kind, die sich einen Haken an der Garderobe aussuchen durfte. Dann ging es ab in den neuen Gruppenraum. Ein heller, großer Raum mit lauter perfekt durchdachten Möglichkeiten für die Kinder. So gehen die Kids zum Beispiel eine eingebuate Treppe zum Wickeltisch selbstständig hoch. Das war gestern auch der Hit beim spielen. Es gibt breite Fenster genau in Bodenhöhe, so dass die Kinder beim spielen hinaussehen können. Das erste Jahr werden sie ganz viele Bagger bestaunen dürfen, denn das Außengelände ist natürlich noch gar nicht fertig. An der komplett verglasten Fensterfront gibt es sehr tiefe Fensterbänke mit Teppich bezogen. Darunter sind viele Schubladen mit Spielsachen. Die Leitung des Kindergartens hat sich monatelang andere Kindergärten in der Umgebung angesehen und Ideen gesammelt. Es hat sich gelohnt! Es wird auch eine Küche und einen Essraum geben. Nach und nach kommen nun neue Kinder dazu. Irgendwann teilen sie die dann in zwei Krippengruppen auf. Später wird dann entschieden, welche Kids schon in den Kindergarten kommen. Bin gespannt, wann meine dann wechseln wird. Es gibt keine starren Vorgaben, sondern es wird immer indiviuell auf jedes einzelne Kind geschaut. Es wird nun auch Frühstück und später auch Mittagessen geben. Zubereitet von einer Hauswirtschafterin. Gekocht wird ausschließlich vegetarisch und mit größtenteils bio- und regionalen Produkten. Leider schimpfen sehr viele Eltern im Dorf über diese „neumodische“ Änderung. Ich finde es wirklich großartig und bin dankbar, dass meine Kinder in so einen tollen Kindergarten gehen dürfen.

Das Probespielen gestern war so schön. Ich hatte mehrfach kleine Tränen in den Augen weil die Atmosphäre so schön war, so liebevoll und man merkt einfach an jeder Ecke das Herzblut das da drinnen steckt. Es gab selbst gebackene Brötchen mit leckeren Dips, die unsere Kids nun wohl täglich genießen dürfen. Was bin ich neidisch! Wir sangen gemeinsam ein paar Lieder die momentan Dauerläufer im Kindergarten sind. Nun weiß ich auch, woher unsere Tochter plötzlich perfekt Drei Chinesen auf dem Kontrabass singen kann und welches Lied hinter „Schade, Jammerjammerschade“ steckt. Überall wuselten Kinder umher und alle Eltern steckten neugierig die Köpfe in jeden Raum. Ich bin wirklich sehr dankbar, dass die Gemeinde diesen wahnsinnig tollen Kindergarten bauen ließ und das die Leitung und die Erzieher so tolle Arbeit leisten.

Im Internet habe ich schon öfter so kleine Suchsäckchen gesehen, wo man Gegenstände drinnen versteckt, die die Kids dann suchen müssen. Ich fand das eine tolle Idee als kleines Einweihungsgeschenk für die zwei Krippengruppen und habe mich mal an meine Nähmaschine gesetzt. Anleitung hatte ich keine. Mittlerweile ist es echt so, dass ich etwas sehe und direkt im Kopf habe wie man sowas am besten näht. Hier also noch ein Foto von den zwei Säckchen:

suchspiel

Heute hat Papa das Töchterlein dann das erste Mal dort hingebracht und ich bin gespannt was sie mir alles erzählt, wenn ich sie später abhole :-).

 

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