What a night!

Mein Mann hatte schon lange eine Einladung zu einer Party in Köln. Da er die letzten Wochen so viel für uns da war, gönnte ich ihm auch von ganzen Herzen den freien Abend. Aber da er ja auch an und abreisen muss, ist er insgesamt gut 28h unterwegs. Ich muss gestehen, ich hatte etwas Angst davor ganz alleine mit beiden Kids zu sein und wollte die Zeit gerne bei meiner Familie verbringen. Leider mussten meine Eltern kurzfristig auf eine Beerdigung weiter weg. Aber ich habe ja zum Glück noch die beste Schwester der Welt plus ihren Freund und das liebe Nachbarsmädchen meiner Eltern (11 Jahre). Zunächst verbrachten wir aber noch mit Mann den ersten Abend zu Hause.

Wir kamen auf die grandiose Idee unser altes Playmobil zu sortieren. Oh was haben wir da nicht alles gehabt. Ich holte Kiste um Kiste vom Dachboden und schüttete sie auf dem Wohnzimmerboden aus. (Ich musste die Abwesenheit meiner Mama nutzen, da sie Chaos hasst ;-)). Anfangs war Rumpelina noch dabei und es war soooo süß wie sie immer wieder rief „Oh guck mal! Ein Indiiiaaaanerhaus!“ oder „Guck mal Tante, ein Puppenwagen“. Irgendwann packte ich das große Kind ins Bett und wir sortierten bis halb eins in der Nacht! Immerhin war am nächsten morgen dann alles soweit sortiert, dass in jeder Kiste jetzt immer ein Themengebiet ist. Mein Mann beschwerte sich, dass wir nur Mädchenzeug hätten: Camper, Bauernhof, Ferienhaus, Wohnhaus, Robbengehege, Schwimmbad, Schule, Arztpraxis, Zoo, Supermarkt…ach das war so schön ein großes Stück Kindheit zu sortieren. Immerzu riefen wir „oooh weißt du noch?“ oder „aaaah wie süß!“ oder „damit hab ich sooo gerne gespielt!“.
Am nächsten Morgen fuhr der Mann dann los nach Köln. Den Tag verbrachten wir gestern ganz gut mit den Kids. Immer jemand da der schuckelt, trägt, singt, spielt oder Bücher vorliest. Ich konnte sogar nebenher was leckeres kochen. Am Nachmittag kam meine Tante noch zu Besuch. Sie hatte ein neues Smartphone und ich erklärte ihr erstmal die Grundfunktionen und richtete ihr das Handy ein. Nach dem Abendessen verabschiedete sich meine Schwester mit ihrem Freund, da sie auf eine Geburtstagsfeier wollten. Auch das Nachbarsmädchen ging gegen 21 Uhr heim. Vorher versuchte sie Rumpelina ins Bett zu bringen. Aber irgendwann kam sie runter und meint, dass meine Große nicht ohne Mama einschlafen könnte. Ich gab mein waches Baby also meiner Tante und hoffte das Beste. Oben lag ich also im dunklen Schlafzimmer. Rumpelina im Reisebett. Sie erzählte, sang und wollte trotz der späten Uhrzeit noch nicht schlafen. Dann hörte ich den Kakadu unten brüllen. Immer lauter und hysterischer. Ich erklärte also der großen Tochter, dass ich den Bruder hole. Meine arme Tante war ganz fertig mit den Nerven. Schnell beruhigte sich mein Sohn auf meinem Arm. Ich nahm ihn mit nach oben. Stillte ihn, ließ ihn am Finger saugen. Aber er schlief nicht ein. Rumpelina auch nicht. Seufz. Da es mittlerweile schon viertel vor zehn war entschied ich mich bettfein zu machen und mich richtig hinzulegen. Also wickelte ich den Sohn und steckte ihn in seinen Schlafsack. Dabei wurde er schon müde. Wieder im Bett erzählte die Rumpelina noch eine Weile dann schlief sie endlich ein. Ruhe gegen 22.00 Uhr. Juhu. Ich blieb lieber liegen – wusste ja nicht, was mich die Nacht noch erwartet.

Gegen 3 Uhr stillte ich den Sohn im Halbschlaf. Er schlief danach auch weiter. Dann rief aber 20 Minuten später die Rumpelina „ich habe duuurst!“. Also aufgestanden und ihr ihre Flasche gereicht. Dann jammerte sie „ich möchte ins grooße Bett!“. Derweil stellte ich fest, dass meine Stilleinlage verrutscht war uns mein Oberteil pitschenass. Also schnell umgezogen, aufs Klo gehuscht, Rumpelina aus dem Reisebett befreit und wollte mich in die Mitte zwischen die Kinder legen. Leider war Rumpelina schneller da und weckte gleich drauf ihren Bruder. Seufz. Dann beschwerte sie sich „Hose nass!“ – die Windel war ausgelaufen. Also wickeln. Dann hatte ich zwei wache Kinder. Der kleine Bruder heulte und wollte geschuckelt werden. Die große heulte und wollte mit „MAMA KUUUSCHELN“. Immer wieder versuchte ich dem Kakadu den Schnuller zu geben bis er sich beruhigte. Drehte mich zur jammernden Tochter um und nahm sie in den Arm. Kaum schloss ich meine Augen weinte der Sohn wieder. Also beschloss ich irgendwann ihn nochmal zu stillen. Dabei knatterte er die Windel voll. Also wieder ein Kind wickeln. Die Große rief unzählige mal „maaachst du Mama?“. Endlich 2 trockene Kinder, beide satt und ich hundemüde schloss ich wieder die Augen. Sohn weint. Nahm ihn hoch zum Bäuerchen machen. Die Große eifersüchtig rufend „KUUSCHEEELN!“. Ich nahm den Sohn in den Arm, in den anderen die Tochter. Rief sie „Zuuuu EEEEENNNNG!!!“. Also wieder losgelassen. Rief sie „zudecken MAMA!“. Also Kind zugedeckt. Sohn schlafend hingelegt. Augen zu. Ruhe. „Ich habe DURST!“. Uff. Licht angemach. Trinken gereicht. Ruhe. „Mama, meine Puppe!“. Aufgestanden, Puppe aus dem Reisebett geholt. „Papa!!“ Ihr erklärt, dass er morgen wiederkommt. Dann rief sie noch nach ihrer Tante und dem Onkel. Sohn weint. Ihn wieder in den Arm genommen. Große in den anderen Arm. „Mama SINGEN!“. Also singe ich. Gefühlte 300 mal „Guten Abend, gute Nacht!“. Ruhe im Karton. Um halb 5 schließe ich die Augen und kann endlich schlafen. Um 7 war die Große wieder wach „Mama! Aufstehen. SPIELEN!“. Ähm. Kind bist du nicht müde nach der Nacht?!

Ganz unpädagogisch und völlig platt stillte ich den Sohn und machte der Tochter auf meinem Handy Lauras Stern an. Durfte sie sich anschauen und war ganz glücklich und leise. Aber irgendwann musste ich aufstehen. Seufz. Unten ging es eigentlich genau so weiter wie in der Nacht. Der Sohn schrie, die Tochter wollte
1. Kakao 2. eine frische Windel 3. Buch anschauen 4. ein Puzzle machen 5. Playmobil machen 6. aufs Klo gehen 7. mit Mama kuscheln. Der Sohn schrie, schrie, schrie. Ich versuchte nach der Nacht echt mein bestes und war so froh, als um 10 Uhr das Nachbarsmädchen klingelte und sofort mit der großen Playmobil spielte. Noch froher war ich als wenig später meine Schwester kam, sich den Zwerg ins Tragetuch packte und ich in Ruhe duschen konnte. JUHU!

Ich kann meinen Wunsch nach 5 Kindern absolut nicht mehr nachvollziehen. Ziehe meinen Hut vor jeder Mutter und frage mich wie ich die nächsten Jahre überleben soll. Ufftata.

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5 Gedanken zu “What a night!

  1. Ohje. Was bin ich froh, dass unsere Maus so zuverlässlig in ihrem Zimmer, in ihrem Bett allein einschläft und durchschläft. Mit 2 1/2 hatten wir noch mal ein paar unruhige Nächte (und plötzlich wieder ein Kind in der Besucherritze), aber seit sie 3 Jahre ist… toitoitoi! Wenn sie nachts wach wird, dann wegen nassem Bett oder Albtraum oder wenn sie ernsthaft krank ist. Aus ihrer Wasserflasche bedient sie sich regelmäßig alleine nachts. Soweit bin ich also des nachts ungestört und hoffe, dass ich dann im Herbst den kleinen Bruder voll und ganz versorgen kann, ohne dass die Prinzessin aufwacht. Mal schauen… ich bin selbst gespannt wie das wird, aber unter der Woche muss ich da auch alleine durch.
    Ich denke, dass wird sich bei euch noch alles einspielen. Sicher schläft die Rumpelina auch bald zuverlässig in ihrem Bett in ihrem Zimmer durch, so dass sich die Kinder nachts nicht gegenseitig wach machen. 🙂 Und abgesehen davon, ist der Mann ja nachts bei euch bis auf solche Ausnahmen wie dieser eine Tag/Nacht.
    Wie gehts dem kleinen Mann jetzt? War Gebrülle schubbedingt? Alles wieder im Lot?

    • Stimmt ist bei uns nicht die Regel. Bei euch ja leider schon :(. Aber um so besser, dass Eure Prinzessin gut durchschläft!
      Bei uns war auch alles ein anderes Setting weil wir gar nicht zu Hause, sondern bei Oma und Opa waren. So viel hat der Sohn gar nicht geweint. Ach naja 😉 mit Abstand betrachtet geht das schon ;).

  2. Oje oje. Das klingt wirklich anstrengend.
    Und ich kann mir das lebhaft vorstellen, das Julimädchen kommt nachts auch noch zu uns und da werden sich die Schwestern sicher mal gegenseitig wecken.
    Hoffe das war bei euch eine Ausnahme, dass es soo unruhig war und insgesamt läuft es nun etwas besser!

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