Die ersten Tage zu viert

Huch. Unser kleiner Sohn ist heute schon 11 Tage bei uns. Die Zeit nach der Geburt verfliegt definitiv schneller als das Warten auf den großen Tag. Aber es hat sich sowas von gelohnt. Wir wurden mit einem richtig süßen Baby belohnt. Ich versuche mal zusammenzufassen wie die Tage so waren, was war wann, einfach um es nicht zu vergessen.

Ankunft am Tag der Geburt:
Stolz und erschöpft präsentierten wir meinen Eltern und der großen Schwester den ersten Enkelsohn bzw. den lange herbei gesehnten kleinen Bruder. Wir saßen zu fünft auf der Couch und bestaunten unseren Sohn. Da ist er nun. Richtig fassen konnte ich das alles noch nicht. Ging ja alles so wahnsinnig schnell. Irgendwann begab ich mich mit meinem Sohn in das frisch bezogene Bett, stillte ihn und schlief dann ca. 1,5 Stunden. Dann war ich aber wieder wach. Die Hormone sorgten dafür, dass ich gar nicht so müde war. Ich streichelte meinen Sohn, schaute ihn an. Dann nahm ich ihn hoch und er drückte schon sehr kräftig seinen Kopf hoch und schaute sich alles ganz genau an, vor allem seinen Opa. Später hab ich mal was gegessen und am Nachmittag kam meine kleine Schwester. Ich reichte mein Baby dann mal zur Familie ins Wohnzimmer und holte doch noch etwas Schlaf nach. Später kam die Hebamme nochmal vorbei um zu schauen, ob es uns gut geht und noch Fragen sind. Abends ging ich recht früh schlafen und hatte tatsächlich auch eine recht gute Nacht! Das Stillen klappte sofort ziemlich gut. Nachts brauchte ich nur kurz Licht um ihm beim andocken zu helfen. Meine Brustwarzen taten gar nicht weh. Es fühlt sich an, als ob ich nie abgestillt hätte.

Zweiter Lebenstag:
Rumpelina durfte wieder in den Kindergarten gehen und erstaunlicherweise gab es keinen Protest oder so. Wie selbstverständlich ließ sie sich von Papa morgens hinbringen. Ich litt sehr unter Schmerzen die ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen möchte. Fakt ist, dass ich die ganze erste Woche nicht sitzen konnte. Laufen ging erst nach ein paar Tagen. Ansonsten ging es mir wunderbar. Aber so war ich wenigstens gezwungen mich auch im Wochenbett aufzuhalten und kuschelte ganz viel mit meinem Sohn. Erst war er ein wenig unruhig und er hatte eine leichte Gelbsucht. Er bekam dann ein passendes Globuli von der Hebamme und ab da schlief er hauptsächlich. Gegen Mittag kamen meine Schwiegereltern zu Besuch, Baby schauen und Rumpelina bespaßen. Sie waren am Nachmittag auch gleich 3 Stunden mit ihr auf dem Spielplatz. So habe ich sehr viel geschlafen, gelesen, gestillt, Baby bewundert und mich einfach erholt. Tat sehr gut! Am frühen Abend merkte ich das die Milch langsam anfängt zu fließen.

Dritter Lebenstag:
Auch den Rumpelina-freien Vormittag verbrachte ich nach dem Duschen mit Söhnchen im Bett. Meine Hebamme kam vorbei und tapte meinen Bauch. Das soll helfen die Lücke der Bauchmuskulatur schneller zu schließen. Rumpelina findet das ganz spannend und ruft immer „Hebamme gemacht!“. Überhaupt ist Hebamme derzeit ihr Lieblingswort. Direkt nach „kleiner Bruder“. Sie kommt immer vom Kindergarten heim, stürmt zum Bett und ruft „kleiner Bruder“. Dann will sie ganz viel streicheln und küssen. Teilweise habe ich ihn ihr auch aufs Stillkissen drapiert in den Arm gegeben. Ganz großer Schwester-Stolz. Milch habe ich nun ausreichend und mit dem stillen klappt weiterhin alles gut. Nachts taten die Brüste kurz weh, dann habe ich die Brust schnell zum stillen gereicht und alles war wieder gut.

Vierter Lebenstag:
Unsere Hebamme, die in der ersten Woche jeden Tag kommt wickelt immer schön fleißig unseren Sohn und wird jedes Mal von ihm angekackt. Einmal kackte er quer durchs ganze Zimmer. Auch mit passierte das direkt beim nächsten wickeln. Was für eine Sauerrei! Die Hebamme war nun schon drauf eingestellt und öffnete die Windel nur kurz, winkelte dann seine Beine an und bewegte sein Becken sanft hin und her. Dann flüsterte sie liebevoll „kleiner Kakadu, mach schon!„. Den Kosenamen hatte er dann erst Mal weg. Gefällt mir. Verwende ich vielleicht hier im Blog, wenn ich mich dran gewöhne. Er hat überhaupt eine sehr rege Verdauung. Wir verzweifeln, weil wir bei jedem wickeln 3 windeln brauchen und 5 Minuten später ist sie dann doch wieder voll. Was macht er nur? Am frühen Abend war ich das erste Mal mit ihm im Garten. Wegen der Gelbsucht sollen wir ruhig öfter mit ihm an die Sonne. Also in den Schatten. Außerdem trinke ich so einen bestimmten Tee. Ich hoffte sehr, dass es nicht schlimmer wird. Aber er trinkt immer super und hat auch rege Wachphasen. Die Hebamme meint, wir sollen uns nicht sorgen. Im Garten war die Rumpelina das erste Mal richtig eifersüchtig. Denn die Nachbarsmädchen interessierten sich nur für den kleinen Bruder. Uff. Rumpelina saß traurig im Indianerzelt und rief etwas bockig nach dem älteren Mädchen „Herkommen!“. Das tat mir sehr weh. Also ging ich bald wieder mit dem Sohn nach oben. Außerdem hatte ich tierische Schmerzen und der kleine Weg mit Baby in den Garten brachte mich schon an meine Grenzen. Am frühen Abend war der kleine Kakadu sehr unruhig. Da ich unter großen Schmerzen litt und der Sohn auch mehrfach gestillt wurde gab ich ihn erschöpft weiter an den Papa. Ich kuschelte mich mit Rumpelina früh ins Bett.  Der Mann entschied nun es mal mit einem Schnuller auszuprobieren. Er fragte mich noch ob es okay sei. Aber ich hatte keine Energie zu widersprechen. Dachte die Saugverwirrung wird schon nicht eintreten, weil er ja so toll an der Brust trinkt. Gierig nuckelte er am Schnuller. Irgendwann brachte mir der Mann den Kakadu zum stillen und was war? Er schrie die Brust an. Nicht nur einmal, sondern die ganze Nacht. Ich heulte mittlerweile vor Schmerzen und war überhaupt fix und fertig. Es war zudem noch super heiß. Ich wollte nur noch meine Ruhe haben und etwas schlafen. Der Mann trug den Sohn bis 3 Uhr Nachts durch die Wohnung und ließ ihn nicht mehr am Schnuller, dafür am kleinen Finger saugen. Nachts dockte ich ihn nach minutenlangen Schreien endlich wieder an der Brust an. Dann schlief er bis in den Vormittag hinein. Dann war wieder alles vorbei. Eine 1a Saugverwirrung hatte mein Sohn da. Und das von nur 2 Stunden Geschnuller. Uff!! Nachts googelte ich noch nach Spezialisten um meine Schmerzen etwas zu lindern. Denn die ließen mich außerdem nicht schlafen. Verzweiflung pur diese Nacht.

Fünfter Lebenstag:
Wir sind alle erschöpft. Meine Schmerzen sind etwas besser. Ich verzichte auf einen Arztbesuch, schicke den Mann aber mit einer riesen Liste in die Apotheke. Egal was es kostet, er soll mir alles besorgen was irgendwie helfen könnte. Am Mittag holte er auch die ersten Sachen ab und es war tatsächlich ein Mittel dabei was half! Juhu! Endlich etwas Linderung der Schmerzen.
Meine Hebamme staunte derweil über die Gewichtszunahme und hörte sich mein Leid von der Saugverwirrung an. Aber der fünfte Tag verlief dann richtig gut. Am Abend gingen wir alle zum picknicken in den Garten und ich war richtig glücklich mit meiner Familie da zu sitzen, die angenehmere Abendluft zu atmen und machte mit meiner Tochter richtig viel Blödsinn. Das war herrlich!

Sechster Lebenstag:
Die Schmerzen sind deutlich besser. Endlich! Ich hielt es auch nicht mehr länger im Bett aus. Frisch geduscht und voller Elan bezog ich nun also das Wohnzimmer. Ich habe sogar einen schnellen Kuchen gebacken und etwas leckeres gekocht. Glaub ab dem Tag habe ich mich überhaupt wieder ums Kochen gekümmert. Anfangs übernahm ich nur die grobe Organisation bis der Mann nur noch fertig machen musste, später wieder ganz alleine. Natürlich nichts super aufwendiges. Aber so ein bisschen stehen war schon ganz gut. Krieg ja sonst Rücken!!Heute kam eine Ersatzhebamme und ich erzählte ihr nochmal meine Story. Insgesamt war es aber eher ruhiger Smalltalk. Gibt ja keine Probleme. Alles super! Abends haben wir wieder im Garten gegessen. Das erste mal das ich wieder sitzen konnte dabei. Juhu! Ach am frühen Abend rief der Mann „unser Sohn ist jetzt abgenabelt!“. Wäre das also auch erledigt.

siebter Lebenstag:
Mann und Rumpelina sind schon wie am Tag davor ewig im Freibad gewesen. Es war super heiß. Ich fühlte mich in der Wohnung ziemlich eingesperrt. Aber was will man machen. Freibad geht weder mit Baby noch mit dem Wochenfluss. Also schön zu Hause kuscheln, schlafen, lesen. Nichts besonderes passiert.

Achter Lebenstag:
Am Morgen stand die U2 auf dem Programm. Genau eine Woche alt der kleine Mann. Und wir staunten nicht schlecht, dass er genau 400 g mehr wiegt als bei Geburt. Uff. Auch diesmal habe ich wohl Sahne statt Milch zum verfüttern. Aber ich habe mir geschworen diesmal gar nicht erst auf die ganzen doofen Sprüche zu reagieren. Wirds eben auch ein kleiner Mops. Hauptsache munter und gesund! Rumpelina ist mittlerweile ja auch richtig schlank geworden. Verwächst sich also. Sonst alles wunderbar. Die Gelbsucht findet auch der Arzt nicht bedenklich. Da hatte ich noch leichte Sorgen. Am Nachmittag machten wir den ersten Mini Ausflug zu viert. Der Kinderwagen mit Buggyboard wurde eingeweiht und wir fuhren zum nächsten Spielplatz. Das war schön! Traf auch dort eine liebe Mama aus der Krabbelgruppe und es ist toll sein Baby endlich stolz zeigen zu dürfen! Nur das Aufstehen von der Holzbank bereitete mir etwas größere Schmerzen. Ich humpelte nach Hause.

Neunter Lebenstag:
Heute bekamen wir den ersten außerfamiliären Besuch. Juhu. Eine liebe Freundin kam mit ihrem Sohn zum Baby schauen. Es war schön mal wieder richtig zu quatschen und nicht nur ganz alleine da rumzuliegen. Am Nachmittag kam meine Familie kurz zu Besuch. War auch schön!

Zehnter Lebenstag:
Alles Gut! Mittlerweile bin ich schmerzfrei – welch Erleichterung! Mit meiner Hebamme verstehe ich mich sehr gut. Wir reden viel über alles mögliche. Sie ist auch super happy wie alles läuft. Mit dem Kakadu komm ich sehr gut klar. Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Stillen, essen, kacken, schlafen. Abends versuche ich ihn mit singen und schaukeln länger wachzuhalten damit er danach gut in den Schlaf findet. Klappt wunderbar. Die Nächte stillen wir im liegen und nach dem andocken schlafe ich problemlos weiter. Rumpelina kommt meist gegen 3 zu uns. Der Mann bringt sie meist ins Bett, manchmal klappt das auch alleine. Morgens habe ich dann ein Kind rechts und eines links an mir kleben – aber ich bin verdammt glücklich.

Elfter Lebenstag:
Wieder Besuch von einer Freundin. Wir frühstückten lecker und quatschten 2 Stunden durch. Danach kam ich wieder kaum hoch vom Holzstuhl. Es schmerzte noch den ganzen Tag. Ich lokalisierte die Schmerzen schließlich auf mein Steißbein. Vielleicht geprellt? Mal meine Hebamme drauf ansprechen was das ist. Insgesamt spüre ich meinen Beckenboden auch noch sehr deutlich. Vor allem beim stehen und laufen. Zwingt mich auf jeden Fall mich regelmäßig auszuruhen. Am Nachmittag sind wir das erste mal in unsere Gemeindebücherei gegangen. Fand Rumpelina ja seeehr spannend! Der Kakadu hat das komplett verschlafen. Buggyboard fahren macht übrigens großen Spaß!

Zwölfter Lebenstag:
Heute war ich am morgen ziemlich müde und gönnte es mir, mich mal richtig auszuschlafen. Söhnchen nochmal gestillt und schwups bis zehn geschlafen. Der Mann erledigte endlich den größten Papierkram nachdem wir nun eine Geburtsurkunde haben. Ich versuchte es zweimal den Kleinen ins Tragetuch zu packen. Bei Rumpelina hatte ich nur eine Manduca. Fand er aber beim ersten Mal ganz schrecklich und beim zweiten mal schlief er schnell ein. Aber ich will glaub ich lieber eine Beratung machen. Das war nicht gut gebunden und ich will da nichts falsch machen. Habe ihn auch schnell wieder rausgeholt. Am frühen Abend sind wir alle aufs Kindergartenfest gegangen. Ich fand es toll endlich mal unter Leute zu kommen und konnte meinen frisch gebackenen Sohn allen vorstellen. Natürlich bekam er schön selbstgenähte Sachen an und alle bewunderten ihn. Das darf und muss so sein! ;). Rumpelina war total übermüdet ohne Mittagsschlaf und die vielen Leute. Dann musste sie noch damit klar kommen, dass ihr Bruder gerade das Hauptinteresse war. Puh. Nicht einfach. Aber ich verstehe sie. Habe das schlafende Baby also in eine Ecke geschoben und möglichst viel mit Rumpelina gemacht. Das ging dann richtig gut. Nach zwei Stunden sind wir alle glücklich heim. Der Mann durfte jetzt noch mit Kollegen aufs Weinfest. Rumpelina ist zum Glück alleine eingeschlafen und damit ich das hier alles in Ruhe schreiben konnte, war der Kakadu glücklich in der Manduca. Die kann ich wenigstens bedienen ;-).

Also, alles wunderbar bei uns! Wir kommen gut an im Leben als vierköpfige Familie und ich bin sehr sehr glücklich!!

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2 Gedanken zu “Die ersten Tage zu viert

  1. So viel, was mir bekannt vorkommt.
    Vor allem die körperlichen Einschränkungen und dass man sich deswegen so eingesperrt in der Wohnung fühlt.
    Aber davon mal ganz abgesehen klingt es doch ganz gut, wie es bei Euch läuft!
    Lasst es ruhig angehen, es braucht bis alles (wieder) seinen Platz gefunden hat ❤

  2. Das hört sich alles ganz wunderbar an. 🙂
    Ich wünsche mir auch so ein Wochenbett für mich. Ich denke im Herbst wird es noch mal einfacher, dass man auch mal drin bleiben kann ohne schlechtes Gewissen, als wie im Hochsommer. Oder wir schicken das Töchterchen mit der Nachbarin zum Spielplatz um etwas Ruhe zu haben… so wie letztes Wochenende als wir Eltern krank waren. Ach, das wird schon. Ich hoffe einfach diesmal spielt sich alles schneller und unkomplizierter ein (Stillen, Schlafen, Ankommen, Rythmus finden).

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