Schwanger sein

Momentan reflektiere ich ein wenig die gesamte Schwangerschaft und da ist so vieles, was man einfach wieder vergisst. Daher schreib ich hier einfach mal meine Gedanken nieder. Denn, momentan haben wir für uns erstmal kein drittes Kind geplant. Wobei ich nicht glauben kann, dass ich gerade die allerletzten Tage meines Lebens schwanger sein soll. Dieser Zustand schwanger sein fühlt sich so selbstverständlich an, als wäre ich nie etwas anderes gewesen.

Gesundheit/körperliche Verfassung:

Die ersten 5 Monate waren mies. Richtig mies. Dauerbrechen, Dauermüde, fix und fertig. Hiflos. Ständig auf die Hilfe anderer angewiesen was meine eigene Versorgung, aber auch die Betreuung der Rumpelina betraf. Ich musste Medikamente nehmen die mich noch müder machten, so konnte ich immerhin einem Krankenhausaufenthalt entgehen. Aber das ist für mich auch der Hauptgrund gegen eine weitere Schwangerschaft. Wer tut sich das freiwillig nochmal an? Ich würde meiner Familie nicht erneut solch einer Belastung aussetzen wollen.

Andere Wehwehchen hielten sich bei mir zum Glück echt in Grenzen – wie schon in der ersten Schwangerschaft. Keine Rückenbeschwerden, keine Symphysen Schmerzen, keine großartigen Wassereinlagerungen, kein Karpaltunnelsyndrom, keine Schwangerschaftsdiabetes oder was man sonst so alles haben kann. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Insgesamt war mein Immunsystem aber leider ziemlich angegriffen und ich habe mir von der Rumpelina (Kitastart!!) jede Menge Mist eingefangen wie 2 Magen-Darm oder fette Erkältungen. Aber das hat glaub ich nicht arg viel mit der Schwangerschaft zu tun.

Meine Energie verläuft auch seit Monaten gleich. Morgens starte ich gut gelaunt in den Tag, kann wichtige Dinge und Haushaltskram gut erledigen, mittags lege ich mich oft mit der Großen für ein Stündchen hin und am Nachmittag spiele ich mit Rumpelina. Je weiter die Schwangerschaft fortschritt, desto öfter blieben wir zu Hause. Momentan gehen wir eigentlich gar nicht weg. Zu anstrengend. Auf Spielplätzen oder im Schwimmbad rennt sie nur herum und braucht hin und wieder eine helfende Hand. Da ist es im kindersicheren Garten – oft mit der lieben Betreuung der Nachbarmädchen – doch viel angenehmer und leichter für mich. Zum Glück haben wir gerade so gutes Wetter. Denn sonst würden wir wohl täglich den Budenkoller kriegen. Am Abend ist mit mir meist gar nichts mehr anzufangen. Bin sehr froh, wenn der Schlüßel vom Mann sich im Schloß umdreht und er übernimmt. Freundschaften am Abend zu pflegen fiel die Schwangerschaft komplett aus. Glaub ich war 3 oder 4 mal weg. Ansonsten war ich immer zu müde. Schade, ist aber so. Kommen wieder bessere Zeiten.

Mir fällt gerade ein, dass ich wenige Tage mit Sodbrennen zu tun hatte. Milch half und dann besorgte ich mir noch etwas aus der Apotheke, damit ich schlafen konnte. Aber nach 2 Wochen war das vorbei und kam bisher nicht wieder.

Und unerwähnt lassen möchte ich auch nicht das ständige Aufs-Klo-Gerenne. Ich muss immer schon viel auf Toilette, aber das was momentan oder seit Monaten da vor allem Nachts los ist kotzt mich richtig an. Dadurch komme ich teilweise gar nicht mehr in Tiefschlafphasen. Also ein stillendes Baby kann nicht schlimmer sein, als das!!!

Gelüste:

Anfangs konnte ich gut Ananas essen. Fruchteis ging gut. Momentan aber lieber ein leckeres Magnum-Mini oder einen blonden Engel schlürfen. Aber das größte Gelüst sind seit einigen Wochen frische Erdbeeren mit Quark. Das schmeckt soo soooo gut, liefert auf Anhieb ganz viel Energie und ich mach mir jeden Tag 2 Körbchen voll. Oft schleiche ich Nachts zum Kühlschrank und löffel ein bisschen davon, bevor ich beruhigt weiter schlafen kann.

Aber sonst keine Gelüste. Weder salziges noch saures oder gar in absurden Kombinationen.

Bauch:

Ich glaube mein Bauch ist sehr ähnlich wie in der ersten Schwangerschaft. Eine süße, runde Kugel. Ich trage ausschließlich nach vorne. Mal spitz, mal rund. Bisher keine Streifen. Der Umfang lag noch bei unter 100 cm. Im Vergleich zu anderen ist er nicht so riesig. Er passt eben gut zu mir und ich trage ihn gerne, ich streichel ihn gerne und werde ihn sicherlich auch vermissen. Vor allem die Bewegungen des Kindes. Doch, auf meine schwangere Kugel bin ich stolz!

große Schwester:

Ja, sie freut sich. Sie liebt das Baby und sie bezieht es wirklich in fast jede Aktivität am Tag mit ein. Morgens wird das Baby als erstes bekuschelt. Es wird gefüttert. Es wird gestreichelt. Sie erzählt vom Baby. Sie packt in der Öffentlichkeit gerne meinen Bauch aus. Sie stellt sich sonntags auch schon von alleine an die weiße Wand und ruft „Papa, Bauchfotooo!“. Sie hat natürlich auch ein Baby im Bauch. Sie übrigens ein Mädchen und ich einen Jungen. Das sagt sie von Anfang an und ist noch nie davon abgewichen. Bin ja mal gespannt, ob sie recht hat. Ihre Puppe ist ihr Ein und Alles. Ohne geht gerade gar nichts. Meist sogar zwei Puppen. Sie hegt und pflegt sie. Füttert, wickelt, trägt, singt und schimpft mit dem Baby. Ganz arg wichtig.

Aber sie leidet auch ein wenig. Sie hat Angst vor der Veränderung. Sie spielt gerade gerne selber Baby und wenn man sagt „du bist doch schon ein großes Baby!“ antwortet sie „nein, großes Baby!“. Ja, mein großes Baby und das Mini Baby. Sie legt sich so oft in den Maxis Cosi, schaukelt und spielt Baby sein. Einschlafen ist nach wie vor eine riesen Katastrophe. Jeden Abend ein neuer Zirkus. Wenn es in 14 Tagen 2 mal einigermaßen klappt dann ist das ein guter Schnitt. Sie kommt nicht zur Ruhe. Sie macht sehr gerne und viel mit Papa, aber in bestimmten Situationen braucht sie ganz stark die Mama und das spüre ich auch.

Ich bin sehr gespannt, wie es werden wird, wenn der Zwerg hier sein Reich erobern wird.

Sonstiges:

Bin ich emotionaler als sonst? Ich neige immer schon zu spontanen Wutausbrüchen die vielleicht teilweise etwas heftiger sind ;-). Vor allem wenn ich Hunger habe oder irgendwas auch beim fünften Versuch nicht klappt. Aber ich weine nicht ohne Grund oder empfinde Sachen die ich sonst nicht so empfinden würde. Glaub da ist alles beim alten.

Nestbau habe ich wenig betrieben. Ich brauch es nicht perfekt. Ich weiß, dass meinem Baby am Anfang sowieso ganz alleine Liebe, Milch und Wärme reicht. Und davon wird es sicherlich ganz viel bekommen. Ich kaufe lieber Dinge, wenn ich denke, dass wir sie doch gut gebrauchen könnten. Da wir uns ja überraschen lassen, habe ich auch kein einziges Kleidungsstück gekauft und auch nur eine Mini Mütze genäht. Es gibt echt kaum neutralen Stoff oder neutrale Dinge. Wenn dann sind sie weiß oder grau. Ich nähe dann lieber drauf los, wenn ich mein Baby hoffentlich friedlich schlafend neben mir habe ;-).

Andere Menschen:

Auch ein wichtiger Punkt. Als Schwangere bekommt man ja ganz ungefragt von allen möglichen Menschen erzählt, wie deren eigene Schwangerschaft denn verlaufen ist („Ich musste von Anfang an Kompressionsstrümpfe tragen“, „mein Bauch sah genau so aus wie bei dir!“,“ach ich war auch im Hochsommer schwanger“,…). Bin gespannt, ob ich das eigentlich auch so mache?! Manchmal nervt es mich, aber klar tausche ich mich auch gerne darüber aus. Es gibt allerdings auch die kinderlosen Freunde, die so gar nichts mit meinem Zustand anfangen können. Da wird nur kurz gesagt, „oh süße Kugel“ und das war es. Dann wundern sie sich vielleicht noch, warum ich in der 35. SSW nicht mehr wandern gehen möchte…

Je näher die Geburt rückt, desto öfter werde ich auch bemitleidet. Oft von Frauen die selber ein schlimmes Geburtserlebnis hinter sich haben. Das befremdet mich ehrlich. Das würde ich auch nie machen. So sagte mir am Telefon jemand „ich leide immer richtig mit, wenn ich weiß, dass bald jemand ein Kind bekommen muss“. Was soll man denn da entgegnen?! Ich mag mir auch gar keine Horrorstorys anhören. Ich freue mich auf die Entbindung, vertraue meinem Körper und wünsche mir sehr, dass es eine wunderbare Erfahrung werden wird. (das es höllisch weh tun wird blende ich solange aus. Reicht ja, wenn ich mich dann wieder erinnere ;-)).

Bauchgrabscher habe ich übrigens so gut wie keine erlebt. Glaub, dafür trete ich auch zu dominant auf und die Leute wüssten, dass ich da was sagen würde. 3 mal fragte mich vorher jemand ob es okay sei ihn anzufassen und das war es.

So, genug reflektiert 🙂

 

 

 

 

 

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