Vorbereitung aufs Geschwisterchen & Thema Schlaf

Es gibt ja kaum ein Thema das Eltern so sehr beschäftigt wie schlafen. Es war schon immer so, dass Rumpelina eigentlich eine gute Schläferin ist. Einzige Bedienung: sie möchte bei Mama sein. Und da ist auch irgendwie das Problem. Je nachdem wie man es oder wer es betrachtet. Solange ich sie gestillt habe, hatte ich keinerlei Bedürfnis das Kind aus dem großen Bett raus zu bekommen. Bis sie ca. 14 Monate alt war oder so. Dann wollte ich doch gerne mal wieder mein Bett für mich haben. Denn so ein Kleinkind kann sich nachts ziemlich breit machen. Außerdem wollte ich auch gerne mal wieder mit dem Mann kuscheln.

Nach einigen Hin und Her klappte es schließlich ganz gut, dass Rumpelina in ihrem Zimmer einschläft und dort entweder durchschlief (vielleicht 8 mal oder so) oder gegen 3 Uhr Nachts zu uns kam. Meistens ganz selbstständig mit Decke und Puppe im Arm. Das war schön und war für uns alle eine gute Lösung. Dann wurde ich schwanger und mir ging es ja bekanntlich richtig schlecht. Ich konnte mein Kind nicht mehr ins Bett bringen. Das war bis dato nämlich ausschließlich mein Job. Wehe der Papa kam. Das gab stundenlanges Gebrüll. Rumpelina hat rückblickend echt gut verstanden, wie krank Mama war und das ich wirklich nicht in der Lage war sie ins Bett zu bringen. Also durfte das der Papa machen. 3 Woche lang. Bis er geschäftlich ein paar Tage verreisen musste. Wir waren solange bei meiner Familie und die weltbeste Tante übernahm den Job. Auch das klappt ganz gut. Manchmal jedoch war ich abends so erschlagen, dass ich mich einfach mit ihr hinlegte. Papa kam zurück und wurde nicht mehr akzeptiert als Ins-Bett-Bring-Instanz. Da ich keine Kraft hatte an ihrem Bett zu sitzen machte ich eine Ausnahme nach der anderen und ging mit ihr gemeinsam schlafen – im großen Bett. Sehr zum Gefallen des Kindes. Ich wurde fitter und schaffte es hin und wieder sie abends in ihr Bett zu bringen. Oft musste ich aber bis zu 45 Minuten ausharren, bis sie wirklich schlief. Ich wurde wieder müder und meine Motivation meine Abende an ihrem Bett zu verbringen sank. Also kam sie wieder öfter ins große Bett. Überhaupt war es so, dass ich neben ihr saß, sie tief und regelmäßig atmete. Kaum schleiche ich mich wacht sie wie ein Wachhund auf. Zack. Bumm. Jedes Mal. Sehr deprimierend, wenn man jeden Abend eine Stunde „opfert“ um dann einen Feierabend zu haben der dann doch nicht eintritt. Resigniert landeten wir immer gegen 21.00 Uhr, manchmal auch 21.30 Uhr nach Wutausbrüchen und Tränen im großen Bett. Dort kuschelte sie sich glücklich an mich und alles war gut. Nun darf ich mir Sprüche anhören wie „ihr schlaft bestimmt dann zu 4. im großen Bett!“ oder „wie wollt ihr das machen, wenn das Baby da ist?!“. Ich fände es auch ideal, wenn sie wieder den Großteil der Nacht in ihrem Bett schlafen würde, aber es geht nicht. Achja, sie sagte sogar schon mehrfach beim ins eigene Bett bringen „Baby auch Mama schlafen!“. Und recht hat sie ja, oder etwa nicht?

Im Geburtsvorbereitungskurs, speziell für werdende Mamas, die schon ein Kind haben wurde das Thema Geschwisterkonstellation, Eifersucht, Vorbereitung auf das Geschwisterchen gut besprochen. Ich schilderte unsere Schlafenssituation. Meine Hebamme sagte dann klipp und klar, dass in der Phase vor der Geburt und direkt danach keinerlei Erziehungsmethoden möglich sind und man davon unbedingt absehen sollte. Wie zum Beispiel Töpfchentraining, Schnullerentwöhnung oder das Kind im eigenen Bett zum schlafen zu „zwingen“. Denn die Kinder spüren genau, was los ist und haben auch Angst vor der Veränderung. Sie brauchen jetzt Sicherheit, Geborgenheit und ganz viel Liebe und Verständnis. Sie sagte auch, wir sollen uns vorstellen, unser Mann käme mit einer neuen Geliebten nach Hause und würde sagen, die würde er jetzt auch ganz doll lieb haben und sie schläft ab sofort hier und gehört zur Familie, wir sollen uns aber nichts draus machen, denn uns habe er noch genau so lieb wie vorher. Klingt erstmal sehr konfus. So ein Quatsch. Aber so ähnlich könnte sich ein Kleinkind fühlen. Sie soll Mama und Papa teilen. Und das tut sie ja nicht erst in ein paar Wochen, sondern schon einige Monate. Ich finde übrigens, dass sie die erste anstrengende Phase richtig gut weggesteckt hat. Nicht zuletzt, weil sie in der Zeit besonders viel Liebe und Aufmerksamkeit von Papa, Oma, Opa und der Tante bekommen hat. Wichtig sei, dass wir betonen, dass „WIR“ ein Baby bekommen und nicht die Mama alleine. Auch sollen wir das Kind nicht von uns stoßen und es nicht „wegen dem Baby kann ich dich nicht hochheben“ begründen. Klar, erklären soll man es, aber ich glaub ich hab da im Affekt öfter mal Sachen gesagt, die vielleicht nicht so optimal waren. Aber im Grunde läuft ja alles super und es ist jedes mal eine Freude zu sehen, mit wie viel Liebe und Zuneigung sie meinen Bauch herzt. Sie verteilt hunderte Küsschen darauf, erzählt dem Baby Geschichten, streichelt den Bauch und singt Lieder. Wenn das Baby sanft zurück stubst und Rumpelina erstaunt los lacht und sich freut könnte ich jedes mal vor Glück weinen.

Was haben wir nun also draus gemacht? Wir sind dem Ratschlag meiner Hebamme gefolgt und fragen Rumpelina am Abend, in welchem Bett sie schlafen möchte. Wenn sie antwortet „im Großen“ (Was sie natürlich bisher jedes mal tat), dann sag ich „okay, dann komm!“. Ich gaukel ihr jedoch vor, dass die Mama auch ganz schrecklich müde ist und es ist ein Wahnsinn, wie schnell sie plötzlich einschläft. Und diesmal fühlt sie sich geborgen und sicher. Sie merkt nicht, dass ich mich wieder davon schleiche und so hatte ich nach Monaten (!) endlich wieder zwei freie Abende hintereinander und konnte mit dem Mann mal wieder einen Film schauen. Großes WIN WIN für uns alle. Ich bin erleichtert und wie das dann wird, wenn das Baby da ist werden wir dann sehen :-). Kommt Zeit, kommt Rat!

 

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2 Gedanken zu “Vorbereitung aufs Geschwisterchen & Thema Schlaf

  1. Ich finde es toll dass Ihr zu dieser Lösung gefunden habt! Und den Spruch der Hebamme haben wir nach der Geburt unseres 2. Kindes auch gehört. Er hilft wirklich, es zu verstehen! Unser Grosser hatte nämlich extrem Mühe mit der neuen Situation… Auch wir haben den Fehler gemacht, ihn aus unserem Bett zu verbannen. Dabei lässt es sich zu viert mit Beistellbett ganz gut schlafen. Auch für Euch scheint das Familienbett doch eine gute Lösung. Meine Kleine ist nun 2, sie schläft bei uns. Ist sie müde genug, schläft sie innert weniger Minuten an meiner Seite ein und ich kann wieder runter. Der Grosse ist 4 und schläft schon länger im eigenen Bett (ein). Meist durch, manchmal kommt er nachts zu uns und dann flüchtet auch schon mal mein Mann aufs Sofa…. unser Bett dürfte noch breiter sein 😉

  2. Gut, dass ihr eine Lösung für euer Schlafproblem gefunden habt. Bei uns ist das gottseidank seit dem Umzug vor einem Jahr kein Thema, die Prinzessin schläft problemlos im eigenen Zimmer und kommt auch nachts nicht rüber (wenn dann ruft sie nach uns). Aber dafür hat sie momentan eine Phase, wo sie eeeewig braucht zum Einschlafen und wir wieder mehr begleiten müssen (am Bett bleiben oder gar mit rein kuscheln bringt aber leider gar nicht, da dreht sie noch mehr auf).

    Das was die Hebamme sagt, finde ich interessant, aber es trifft wohl nur auf kleinere Kinder zu, oder? Die Prinzessin ist jetzt drei und versteht sehr gut, dass die Umstände einige „Neuerungen“ erfordern und ist gottseidank sehr einfühlsam. Ich habe z.B. auch gesagt, dass das mit dem Hochheben gerade schwierig ist und sie „versteht“ es, soweit ich das beurteilen kann. Man kann bei ihr eben schon viel mit Vernunft aber trotzdem sehr viel Einfühlsamkeit argumentieren, ohne dass sie sich zurück gestoßen fühlt.

    Ich drücke die Daumen, dass eure Schlafsituaion so bleibt, dass es für euch alle gut ist.

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