(k)ein Abschied

Ich bin völlig fertig. Tieftraurig und weiß gar nicht wohin mit meinen Gefühlen. Also lasse ich sie einfach mal zu und versuche, ob mir das bloggen dabei hilft. Vor ziemlich genau einem Jahr begann eine wunderbare Freundschaft mit einer anderen Mama hier im Dorf und unseren gleichaltrigen Töchtern. Ich kam neu her, dachte erst ich werde hier nie jemanden finden, der genau so tickt wie ich und dann treffe ich diese beiden Menschen. In so vielen Dingen haben wir einfach so gut harmoniert. Wir vertrauten uns immer mehr an, steckten in der selben Lebenssituation und trafen uns immer häufiger. Wir unterstützten uns gegenseitig. Sie holte Nachts bei mir ne Milch ab oder ich nahm spontan ihre Tochter als was wichtiges anstand. Ich werde nie vergessen, wie sie mich in meiner furchtbaren Anfangszeit der zweiten Schwangerschaft unterstützt hat. Sie kam, brachte mir essen und Medikamente, sie wickelte mein Kind, zog es an und nahm sie einfach den ganzen Tag mit. Wir haben so viele tolle, lustige Ausflüge unternommen. So viele Erinnerungen. Die beiden Mädchen sind so zusammen gewachsen. Sie liefen so oft Hand in Hand, tanzten, lachten, schubsten, spielten. Freuten sich immer wenn sie sich gesehen haben. Sie rannten freudestrahlend aufeinander zu, quietschten laut dabei. Jeden Morgen kam die Frage nach ihrer Freundin und wir planten den Tag gemeinsam.

Immer hatte ich im Hinterkopf das die beiden nicht ewig hier bleiben werden. Meine Freundin wollte gerne zurück in die Nähe ihrer Familie ziehen (3 Stunden entfernt). Im Herbst sprach sie immer mal wieder vom Umzug im nächsten Jahr und plötzlich ging alles ganz schnell. Neuer Job, neue Wohnung, Umzugstermin steht. Ich erstellte ein wirklich wunderbares Erinnerungsalbum für ihre Tochter und konnte schon da meine Tränen nicht immer verdrücken. Dann haben die letzten zwei Wochen begonnen und wir haben uns wirklich jeden Tag getroffen. Das Wetter spielte verrückt und schenkte uns Anfang März Temperaturen bis 20°. Wir machten so viele tolle Sachen. Gingen ein letztes mal gemeinsam auf den Spielplatz, zum Kinderturnen, verbrachten Zeit im Garten und besuchten einen Wildpark. Es war traumhaft. Immer mit leichter Wehmut. Ich überreichte ihr am Donnerstag das Album und es gab weitere sentimentale Momente.  Dann wollten wir am Wochenende was tolles machen, als Abschiedstag. Leider wurde ich krank und wollte sie kurz vorm Umzug auf keinen Fall anstecken. Heute rief ich an, letztes mal Krabbelgruppe steht am Nachmittag an. Und nun ist ihre Kleine mit Fieber krank. Sie fährt noch am Abend alleine zu ihren Eltern und lässt ihren Partner den Umzug morgen machen. Das bedeutet kein Abschied. Nur Worte des Abschieds am Telefon. Oh man. Ich legte auf uns heule wirklich Rotz und Wasser. Wie soll ich das meinem Mädchen erklären?! Ich fühle gleich doppelten Abschiedsschmerz – meine Freundin und die meiner Tochter sind einfach weg. Ich habe auch Angst, dass es hier nun sehr einsam wird für uns. Es gibt noch eine weitere Freundschaft die ich zum Glück zeitgleich aufgebaut habe. Aber ein Stück von meinem Herzen ist nicht mehr da. Und das tut verdammt weh.

 

 

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3 Gedanken zu “(k)ein Abschied

  1. Ich fühle mit dir. Ähnliches hab ich letztes Jahr Juni hinter mir. Und nun liegen 1000 km zwischen meiner besten, ihrem Sohn, meiner Tochter und mir. Auch nach fast einem Jahr schmerzt es noch sehr. Und bisher habe ich hier niemanden gefunden mit dem ich ähnliches verbinden könnte. Ich drücke dich von herzen und schicke dir viel kraft!

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