Abstillen #2

Die zweite Nachts verlief eigentlich ganz gut. Rumpelina war zwar nach wie vor zornig, dass sie nicht die Brust haben durfte, akzeptierte aber immer schneller den Milchbecher und trank daraus. Einmal wachte sie auf und nahm sogar ganz alleine ihren Becher, trank kurz und schlief weiter. Die Milch ist natürlich nicht mehr warm. Aber das scheint sie nicht zu stören. Überhaupt trinkt sie keine Mengen. Eher kleine Schlückchen. Ich streichel, kuschel und singe viel. Gestern morgen dachte ich dann, dass es ja gar nicht so schlimm ist mit dem abstillen. Bis ich meine voll Milch gefüllten Brüste immer mehr spürte. Wir haben gestern unseren Geburtstag mit einer kleinen Grillfeier nachgefeiert und so hatte ich einiges an Vorbereitungen zu tun. Eigentlich war ich den ganzen Tag damit beschäftigt. Aber kurz bevor der Besuch kam, ließen sich die Schmerzen und der drohende Milchstau nicht mehr ignorieren. Ich befragte also meine allerliebste Twelt und erhielt unter anderem den Ratschlag die Milch auszustreichen, nicht pumpen, nicht stillen. Damit hatte ich dank mehrerer Milchstaus Erfahrung und so hängte ich mich über die Badewanne. Und ganz ehrlich, das ist n Scheiß Gefühl. Die wertvolle Muttermilch einfach in den Abfluss tröpfeln zu lassen. Aber der Druck musste ja weg. Es half auch und ich konnte zwar mit leichten Schmerzen die Feier genießen. Als alle Gäste weg waren, das Kind geduscht und ohne stillen friedlich und vor allem erschöpft eingeschlafen war kamen die Schmerzen wieder. Also wieder ausstreichen. Völlig fertig kuschelte ich mich anschließend mit einem Salbeitee (soll beim Abstillen helfen) und dem Liebsten auf die Couch. Ein paar Tränchen, ein langes Gespräch über das Für und Wider des Abstillen und ein paar Umarmungen halfen mir. Nebenbei schrieb ich noch mit einer anderen lieben Mama aus dem Dorf, die auch gerade abstillt. Sie sagte, dass sie nicht von einen auf den anderen Tag aufhörte, sondern das ganze eher sanft gestaltet. So kann die Menge an Milch auch langsam weniger werden. Außerdem empfahl sie mir noch Globuli. Wieder mit leichtem Druck auf der Brust ging ich schließlich schlafen. Der Mann brachte mir irgendwann die Kleine. Sie rollte sich zufrieden neben mich und schlief weiter. Nachts wachte ich voller Schmerzen auf, die Kleine wurde auch wach und schrie erbost nach meiner Brust. Und was hätte ich da tun sollen? Ich war am Ende meiner Kraft angelangt. Das Ausstreichen hilft minimal, das abtrinken lassen wäre die Erlösung gewesen und bevor ich am nächsten Morgen mit einer richtigen Entzündung aufwache und noch weniger Kraft habe, erschien es mir als das richtige zu stillen. Glücklich trank das Töchterlein, meine Schmerzen verflogen und wir schliefen wunderbar bis zum nächsten Morgen. Dann akzeptierte sie sofort ihren Becher.

Für uns nun also ein sanftes Abstillen. Die Globuli werde ich gleich in der Apotheke bestellen und dann schauen wir mal, wie es weiter geht. Wichtig ist ja, dass es uns gut geht. In meinem früheren Leben war ich bestimmt Amme 😉

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3 Gedanken zu “Abstillen #2

  1. Meine Hebamme sagte noch: Möglichst nicht „dran rumfummeln“ auch ausstreichen regt die Milchproduktion wieder an. Kühlen mit Quark oder Kühlakkus, Salbeitee und generell die Trinkmenge reduzieren. Half bei mir.

    • Wenn ich die Milch in den brüsten lasse Krieg ich halt wahnsinnige schmerzen und Stau. Das kann es doch nicht sein, oder? Habe jetzt gewechselt auf weniger stillen. Damit kommen wir beide erstmal klar.

  2. Also von 100 auf 0 würde ich auch nicht abstillen, sondern es wie du schreibst, ganz langsam angehen lassen. Denn man merkt ja auch, dass sie die Brust irgendwie noch braucht. Ich wünsche euch viel Erfolg. Ich hätte ja gerne länger gestillt, aber das Baby wollte nur 9 Monate 😦

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