Unser Urlaub

hatte so seine Höhen und Tiefen um es mal positiv auszudrücken. Es hat alles nämlich richtig gut begonnen. Morgens um 4 klingelte der Wecker, wir machten uns schnell fertig, ich stillte die Kleine noch und dann haben wir uns mit den restlichen Kleinigkeiten ins schon gepackte Auto gesetzt und sind losgefahren. Eine sehr weise Entscheidung, denn das Töchterlein war nur kurz wach und zog es dann vor ihren Nachtschlaf im Auto fortzusetzen. Ich düste also mit guter Laune gen Süden. Wir überlegten schon, wann wir eine Pause  und einen Fahrerwechsel machen. Aber ein Ort nach dem anderen flog an uns vorbei und ehe wir uns versahen waren wir schon in Österreich. Schnell eine 10-Tages Vignette gekauft, den Mann ans Steuer gelassen und weiter ging es und schwupp di wupp waren wir in Innsbruck. Das Kind wachte auf, wir hatten Hunger, das Wetter war schön also ab zum frühstücken in ein sehr süßes kleines Strudelcafé – es war gerade mal 9.00 Uhr! Die Besitzerin flirtete mit der Tochter und spielte mit ihr ein bisschen fangen. Alles bestens. Wir spazierten noch ein wenig umher, schauten uns die Sehenswürdigkeiten an, verbrachten ein bisschen Zeit auf einem Spielplatz und fuhren gegen halb elf weiter. Nun war es ja nicht mehr weit bis Südtirol. Das konnten wir schnell an einem Stück durchfahren, das Kind schlief noch ein Ründchen und war sehr relaxed als wir gegen 14.00 Uhr im Familienhotel ankamen. Wir bezogen das Zimmer und ab ging es auf Entdeckungstour. Töchterlein war völlig aus dem Häuschen. Überall Spielzeug, Baugelände, kleine Menschen, nette große Menschen, Trampolin, Sandkasten, Bagger, Wasser, Schaukel…ach sie wusste gar nicht wo sie zuerst hin sollte. Sie rannte umher und war einfach nur glücklich. Ich ließ den Mann seine Elternzeit genießen und zog mich mit meinem Buch auf die Terrasse zum lesen. Bald gab es Kuchenbuffet und lecker Cappuccino. Das volle Verwöhnprogramm. Wir ließen es uns richtig gut gehen, wechselten uns bei der Betreuung des Kindes ab und haben die Aussicht, das Wetter und das Essen in vollen Zügen genossen. Das Abendessen war für die Kinder echt ein Traum. Es gab einfach alles. Als sie satt war wollte sie aber natürlich nicht sitzen bleiben und vier weitere Gänge mit den Eltern essen und düst umher. Da einer von uns immer hinterher mussste war es doch a weng stressig. Aber dann kam der Mann plötzlich ohne Kind wieder und grinste. Er hat sie doch einfach in der Betreuung abgegeben. Nun hatten wir zwar Ruhe, aber ich Gluckenmama musste doch noch ein paar mal aufstehen und heimlich schauen, ob das Kind denn auch glücklich ist. War sie! Das erste mal, dass sie fremd betreut wurde und es hat dank super lieber Frau dort auch echt gut geklappt. Also haben wir das Spielchen am nächsten Abend wiederholt. Dann unternahmen wir auch eine kleine Wanderung, gingen ins Schwimmbad und hatten eine echt schöne Zeit. Bis um Freitagnachmittag. Wir kamen gerade von einem Ausflug zurück und das Kind hatte Durchfall. Das entwickelte sich alles plötzlich sehr rasant. Es folgte Quängelei, Erschöpfung, Fieber und eine Windel nach der anderen. Dabei wollten wir doch am nächsten Tag weiter in die Toskana. Völlig verunsichert sprachen wir mit der Rezeption die uns die Nummer einer Kinderärztin gaben, die ins Haus kommt. Als das Fieber dann bei 40°C war und wir eventuell ein Attest benötigten (für die Reiserücktrittsversicherung) entschieden wir uns lieber für einen Hausbesuch. Die Ärztin kam, war sehr nett und untersuchte lange das Kind. Alles soweit okay. Viel trinken, aber da müssen einfach durch. Dieser nette Besuch hat dann gleich mal 200€ gekostet. Schluck. Die Nacht habe ich kaum geschlafen, mir nur Sorgen gemacht und hin und herüberlegt was wir machen sollen. Mittlerweile hatten wir gehört, dass auch andere Kinder erkrankt sind. Am nächsten Morgen musste eine Entscheidung her und da wir dort nicht bleiben konnten (es war alles ausgebucht) und wir genau so lange nach Hause wie in die Toskana fahren würden entschieden wir uns für weiterfahren. Vielleicht ist ja in 24h alles vorbei und dann würden wir uns ärgern. Die Fahrt hat das Kind mittlerweile fieberfrei vollkommen verschlafen. Erschöpft und fertig mit der Welt hat sie alles über sich ergehen lassen und wir wechselten ab und zu die Windeln und einmal das komplette Outfit. am späten Nachmittag kamen wir an und waren sehr, sehr beeindruckt von der Aussicht unserer Unterkunft. Wir haben ein Agrartourismus gebucht und waren sehr weit ab vom Schuss mitten in den Bergen. Es war traumhaft. Ich bereitete eine schnelle Pasta zu und wir aßen draußen. Die Kleine war wieder etwas fitter, lachte schon wieder und schaute sich auf wackligen Beinen um. Der Rest vom Urlaub ist leider schnell erzählt. Wir erwachten am nächsten Morgen mit der gleichen Scheiße wie das Kind und verbrachten die Zeit auf der Toilette. Mir war zudem noch schrecklich Übel und ich musste mich mehrfach übergeben. Das Kind hat das Essen eingestellt und wurde voll gestillt. Ich war am Ende meiner Kräfte. Ich wurde ja sprichwörtlich überall ausgesaugt. Teilweise reichte die Milch nicht und mein Kind schrie und schrie. Es war furchtbar. Wir tranken Kamillentee und aßen Zwieback und Salzstangen. Hin- und wieder lagen wir draußen auf einer Liege und lasen ein Buch. Ansonsten haben der Mann und ich immer abwechselnd versucht das Kind zu bespaßen. Am Mittwoch, mittlerweile Tag 6 beim Kind machte ich mir immer mehr Sorgen. Sie war dünn geworden und ich wollte auf Nummer sicher gehen und außerdem muss es doch irgendwelche Medikamente geben. Also nach etlich Telefonaten dazu entschieden in ein Krankenhaus mit Kinderambulanz zu fahren. Sicherheitshalber packte ich eine kleine Übernachtungstasche (ich bin da etwas gebrannt durch das letzte mal). Im Krankenhaus gab es keine Anmeldung. Der Arzt schaut wer vor der Tür sitzt und nimmt die Leute so dran. Und da saß außer uns keiner also ging das alles super flott. Leider konnte er ausschließlich italienisch. Er untersuchte das hysterisch schreiende Kind, teilte mit, dass sie nicht dehydriert ist und das man abwarten müsse. Soweit alles okay und verschrieb probiotische Tropfen. Nachdem ihm das mit der Bezahlung zu kompliziert war erließ er uns die Kosten der Behandlung. Was für ein Glück! Auf dem Parkplatz bekam ich nachdem meine Milch nicht reichte einen Zusammenbruch und heulte erstmal. Ich war fix und fertig. Dafür war am nächsten Tag endlich mal alles gut und wir entschieden uns für eine Fahrt ans Meer. Wir sonnten uns, zeigten der Kleinen das Meer, bauten Sandburgen, flanierten herum, besuchten einen Wasserzoo und haben den Tag trotz Anstrengung gut gemeistert. Motiviert planten wir für die nächsten Tage Siena und Florenz. Schließlich wollten wir alles nachholen. Doch es kam alles anders. Ich erwachte Freitagmorgen mit ganz furchtbar schlimmen Bauchkrämpfen und schleppte mich auf die Toilette. Ich erbrach, hatte Durchfall und diese Krämpfe wurden immer schlimmer. Es war die Hölle. Schlimmer als Wehen! Ich wollte nur noch nach Hause. Der Mann packte alleine (er konnte ja wenigstens Medikamente nehmen die gegen Durchfall helfen) und ich konnte mich irgendwann dank einer Schmerztablette ins Auto schleppen. Das Kind war übrigens seit Donnerstag weites gehend gesund. Der Mann fuhr die komplette Strecke alleine. Ich habe so gut es ging das Töchterlein bespaßt und versucht den Mann wachzuhalten. Doch je näher wir der Heimat kamen, desto besser ging es mir. Endlich. Dennoch war es die richtige Entscheidung heim zu fahren. Meine Lust auf Urlaub und Stadtbesichtigungen war erstmal hinüber. Nach knapp 12 Stunden Fahrt sind wir gegen Mitternacht endlich zu Hause angekommen und fielen erschöpft in den Tiefschlaf.

So kann es halt leider auch sein. Aber es bringt ja nichts darüber tagelang zu jammern. Ist passiert und war Scheiße aber es gab ja auch ein paar schöne Momente und nun versuchen wir die restliche Elternzeit des Mannes eben hier in Deutschland zu verbringen und zu genießen.

 

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6 Gedanken zu “Unser Urlaub

  1. Heilige Scheiße. Wie lange wart ihr jetzt weg und wie lange wolltet ihr eigentlich bleiben?
    Der nächste Urlaub kann nur besser werden für euch! Ich hoffe ihr seid soweit wieder fit.

  2. Ohje. Das ist natürlich nicht schön! Aber genau gleiches erwischte die Prinzessin im familienfreundlichen Hotel auf Teneriffa letzten November. Das ist wohl leider so ein Mitnehmding, dass auftritt wo viele Kinder an einem Fleck sind (bei uns war der Babypool schuld, da bin ich mir ganz sicher). Wir haben als Eltern soooo mit ihr gelitten. Gottseidank konnte man in dem Hotel auch die Wäsche privat waschen. Und sie hat 7 von 10 Tagen nahezu nichts zu sich genommen. Wir waren auch besorgt und dort beim Arzt. Der verordnete ein Medikament für den Rückflug, aber da ging es ihr dann gottseidank schon besser. Zwieback ging dann nach 2 Tagen immerhin und wir waren froh, dass wir selbst verschont blieben (einmal Norovirus in der Stillzeit… muss ich nicht nochmal haben). Das erstaunliche: Die Prinzessin holte alles wieder auf als wir daheim waren. Die folgenden zwei Wochen aß sie wie ein Scheunendrescher. 😉 Seitdem bin ich auch viel entspannter geworden, wenn sie mal wieder nicht so großen Appetit hat.
    Zukünftig werde ich Durchfall- und Brechmedikamente plus Desinfektionsmittel gleich mit in die Reiseapotheke packen um schlimmeres zu verhindern (ich empfehle Vomex, Perentol junior oder Diarrhoesan (letztere zwei sind auf natürlicher Basis).

    Ich hoffe euch geht es wieder gut. Das war natürlich ein blöder Urlaub! Das müsst ihr dann wohl demnächst noch mal wiederholen!

    • Perenterol hatte ich dabei und habe es den Kind und mir gegeben aber es hat nichts gebracht. Die andren beide Medikamente kenne ich noch nicht, schaue ich mir mal an. Danke 🙂 und ja wir müssen dringend einen neuen Urlaub buchen 😉

  3. Das tut mir so leid und ich wünsche Euch eine ganz tolle Familienzeit dafür hier noch, sozusagen als Entschädigung.

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