Smartphone-Fasten

Normalerweise oder eigentlich habe ich es noch nie getan, das Fasten. Aber ich will es dieses Jahr das erste mal versuchen. Nicht aus religiösen Hintergrund oder so. Nein, ich möchte etwas verändern, was mich selbst so maßlos stört. Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, muss ich mir eingestehen, dass ich Abhängig von meinem Smartphone bin. Und das nervt mich. Ich mochte es noch nie, von irgendwas süchtig zu sein. Ich war mal Tetris-abhängig. Ich musste pausenlos dieses Spiel auf meinem alten Handy spielen. Habe es erst geschafft davon loszukommen, als ich es gelöscht habe. Und naja, ich habe es mir noch 2 mal wieder neu geladen. Aber der eigentliche Grund war, dass es auf dem neuen Handy gar keinen Spaß mehr macht. Zum Glück habe ich nie geraucht oder übertrieben Alkohol getrunken von Drogen ganz zu schweigen. Aber ich erkenne die Abhängigkeitsmuster und ärgere mich selbst, dass ich so viel Zeit mit dem Ding verbringe, anstatt die Zeit mit meiner Tochter zu genießen oder einfach mal wieder gute Bücher zu lesen. Klar lege ich das Ding auch weg und spiele mit ihr. Aber irgendwas in mir juckt mich ständig nochmal schnell zu schauen. Vielleicht hat sich da ja was neues auf Twitter ergeben oder auf Instagram oder oder oder.

Es gibt praktische Momente, wo ich auch heute mein Handy gar nicht missen will. Vor allem wenn ich unterwegs bin. Bevor ich in einer fremden Stadt auf gut Glück ein Restaurant besuche und enttäuscht werde, qype ich schnell und finde ein Restaurant mit guten Kritiken und vegetarischen Essen. Ich habe immer ein Navi dabei. Im langweiligen Wartezimmer, wenn das Kind eh schläft kann ich lieber das lesen, was mich interessiert, statt die typischen Frauenzeitschriften. Ich habe immer eine Kamera dabei, kann Videos drehen. Liebe „wha.ts App“, denn dort kann ich mit fast allen Freunden und meiner ganzen Familie einzeln oder in Gruppen in Kontakt bleiben und Neuigkeiten schnell und mit Foto überbringen. Meine Familie verpasste so wenige Momente des ersten Lebensjahres von der Kleinen.

Aber gerade zu Hause stört mich der Konsum. Nicht nur meiner, nein jeder hat so ein Ding in der Hand. Erst vor ein paar Tagen war ich auf Heimatbesuch und jeder der auf der Couch saß hatte so ein Ding in der Hand. Die eine twitterte, die anderen spielten miteinander eine Art Scrabble-Spiel mit/gegeneinander, der nächste liest Blogs oder Nachrichten, es werden die FB-Nachrichten der Freunde gecheckt, Kochrezepte gesucht, „gewhatsappt“, schnell den anderen ein lustiges Video zeigen. Ständig meint einer, dass wir jetzt alle mal die Teile weglegen. „Gleich, nur noch die Runde“ ruft es aus einer Ecke und zack legt eigentlich keiner das Ding weg. Das konfuse dabei: es stört eigentlich jeden. Dennoch lässt sich jeder schnell davon überzeugen beim anderen schnell ein paar Fotos zu schauen und zack hat doch wieder jeder eins in der Hand.

Das war jetzt natürlich extrem. Aber es wird immer extremer. Ich will eigentlich nicht, dass meine Tochter mich nur mit Handy in der Hand kennt.

Es ist Segen und Fluch zugleich. Deshalb habe ich mit dem Mann entschieden, dass wir nun Smartphone-Fasten machen. Nicht ganz radikal. Denn wenn wir das Haus verlassen, nehmen wir es noch mit. Die angenehmen Dinge würde ich einfach gerne weiter nutzen und mag nun auch nicht allen Freunden mitteilen, dass wir gerade nicht erreichbar sind – obwohl, das wäre vermutlich konsequent 😉

Wenn wir also nach Hause kommen, legen wir die Handys irgendwo in eine Kiste. Ich bin gespannt, sehr. Und habe ein wenig Angst es nicht durchzuhalten. Außerdem muss ich mein Tamagotschi löschen (hahahaha).

Ich werde mal berichten, wie es läuft und bin sehr gespannt.

 

 

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4 Gedanken zu “Smartphone-Fasten

  1. hihi, die tetris-sucht hatte ich auch bis ich es gelöscht habe. jetzt hab ich wieder eins aufm telefon, aber ich habe es einigermaßen unter kontrolle. tendiere auch zum sucht-verhalten (rauchen, serien, schokolade…), derzeit aber alles unter kontrolle. die smartphoneabhängigkeit hat parallel zum stillen abgenommen…. wünsch Dir viel erfolg und ein gutesgefühl dabei.

  2. Da erkenne ich mich irgendwie wieder, ich habs auch ständig in der Hand…mhhhh.
    Bitte erzähl mal wie es so klappt und wie schwer oder gar nicht schwer es fällt.

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