Böse Hexe

Noch während meines Studiums wurde ich dreimal hintereinander von der bösen Hexe geschossen. Damals konnte ich mit den Schmerzen gar nicht umgehen und war vollkommen überfordert. Ich war damals bei meinem Mann zu Besuch (wir führten eine Fernbeziehung) und konnte mich nicht mehr bewegen. Ich erinnere mich noch so gut an die Schmerzen. Daran, dass ich ohnmächtig wurde auf dem Weg zur Toilette und das der hausärztliche Notdienst kommen musste, weil ich nur noch geheult habe. Es half dann eine Spritze mit Schmerzmitteln. Danach habe ich beschlossen dringend Sport zu machen und ging zur Rückenschule und zum Aquafitness. Ich achtete auf rückenbewusste Bewegungen und baute Muskulatur auf.

Die Geburt fand ich dagegen echt harmlos. Das war kein Vergleich. Außerdem machte der Geburtsschmerz für mich ja Sinn. Ich wusste immer, es wird ein Ende haben und es gab die Wehenpause. Durch richtige Atemtechniken habe ich auch gelernt den Schmerz zu veratmen.

Mit der Geburt meines Kindes war mein Sportprogramm leider zu Ende. Ich ging noch zur Rückbildungsgymnastik. Aber sonst, tat ich nicht viel. Ich bestellte mir Zumba für die Wii und tanzte ein paar mal zu Hause rum. Ich habe ja auch wahrlich kein Leichtgewicht hier zum tragen. Also achtete ich immer darauf, wie ich das Kind hochnehme und das ich sie nicht zu viel trage. Gestern habe ich das dann für einen kleinen Moment vergessen, als ich am Kinderwagen was einstellte und mich in gebückter Haltung wieder aufrichten wollte. Zack – fuhr es mir in den unteren Rücken. Genau wie damals. Der Schmerz war sofort da und ich dachte nur „bitte nicht“. Nach drei Minuten traute ich mich langsam aufzurichten und probierte vorsichtig ein paar Schritte zu gehen. Schmerzen. Also wurde der Spaziergang nach nur 5 Metern beendet und ich trug mit letzter Kraft mein 11-Kilobaby in die Wohnung. In Gedanken spielte sich das ganze Szenario von vor 4 Jahren ab und ich betete, dass es diesmal nicht so schlimm werden wird. Aber ich habe ja ein Baby zu versorgen. Es kann nun zwar krabbeln, wollte mir aber nicht ins Wohnzimmer folgen. Als ich dann endlich mit einem Wärmekissen auf der Couch lag rief ich meinen Mann an und bat ihn nach Hause zu kommen. Eine Stunde später war er da und half mir, wenn das Kind bewegt werden musste (er musste allerdings noch ein bisschen arbeiten). Aber ich habe auch einiges gelernt. Nicht verkrampfen, das macht den Schmerz noch schlimmer. Leichte Schaukelbewegungen mit dem Becken. Viel Wärme. Nichts Tragen. Schonen, aber auch bewegen. Heute konnte der Mann zum Glück Homeoffice machen und es ist schon fast wieder gut. Die Schmerzen sind noch da, aber von geringer Intensität und morgen den Tag werde ich wohl ganz gut alleine mit Kind überstehen. Also, nicht immer vom schlimmsten ausgehen. Aber eines ist klar: ich muss wieder Sport machen. Denn das war nur ein Warnschuss meines Körpers. Nächstes Jahr dann.

 

 

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