Doktorarbeit

Zwischen dem Mann und mir gibt es immer wieder gerne kleine Sticheleien. Eine meiner liebsten ist ja diese mit der Doktorarbeit. Während der Schwangerschaft überlegten wir, ob es sinnvoll ist, dass der Mann auch einen Teil der Elternzeit nimmt oder nicht oder wann und überhaupt. Nun ja, in diesem Zusammenhang sprach der Mann doch tatsächlich, dass er sich es nicht vorstellen könne, dass so ein Baby/Kind den ganzen Tag ausfüllt. Also wenn, dann würde er die Zeit noch sinnvoll nutzen und eine Doktorarbeit schreiben. Das Gelächter war auf meiner Seite und ein paar anderen denen ich davon berichtete freilich sehr groß. Nun ja. Gestern war der Mann zu Hause um Überstunden abzubauen und hatte nur nachmittags einen Telefontermin der von zu Hause zu erledigen war. Da die Tage vorher für mich ziemlich anstrengend waren und ich einer Freundin am Telefon die Ohren zuheulte, dass ich einfach mal Zeit für mich bräuchte, schlug sie vor, dann soll ich das doch nutzen. Zack! Was für eine grandiose Idee. Sowas kommt einem selber gar nicht in den Sinn. Also verkündete ich dem Mann beim Frühstück von meinen Shoppingplänen. Er schluckte, redete etwas von „ich dachte, wir nutzen den Tag als Familie“ stellte sich dann aber wacker seinem Papa-Tochter Vormittag. Er bat mich nämlich nach spätestens drei Stunden wieder da zu sein, da er sich noch auf das Meeting vorbereiten muss. Ich stürzte mich in die Klamottenläden die vormittags erstaunlich leer waren und suchte bewusst nur Sachen für mich aus. Probierte an, kaufte, war glücklich. Nun gut ein paar Babyklamöttchen sind doch noch in meine Tasche gehüpft. Und der Mann? Der räumte die Spülmaschine aus, spielte mit dem Kind, trug das Baby in der Manduca und fütterte es. Schon war ich wieder da. So schnell ging das. Nach seinem Meeting durfte der Mann noch bügeln und Essen kochen. Es tat gut mal einen völlig normalen Alltagstag gemeinsam zu verbringen. An den Wochenenden machen wir doch meist irgendwas besonderes, einen Ausflug oder so. Aber mal gemeinsam den Haushalt zu machen, das Kind zu bespaßen – wir saßen sehr lange zu dritt auf der Krabbeldecke und bestaunten die Fortschritte unserer Tochter. Am Abend wollte das Baby natürlich wieder nur mit der Mama schlafen gehen und ich konnte mich erst gegen 21 Uhr aus dem Bettchen schleichen. Da waren der Mann und ich völlig erschlagen. Nicht mehr nur ich alleine wie sonst. So ein Tag zu Hause ist nämlich viel anstrengender als im Büro. Das durfte er gestern auch einsehen und die Stichelei mit der Doktorarbeit schenkte ich mir mal…

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