Bericht aus der Kinderklinik – Teil 1

Motiviert sind Rumpelina und ich Montag vormittag zum Kinderarzt aufgebrochen. Die U3 stand auf dem Programm. Als junge Mama freut man sich ja sogar noch auf solche Termine. Es fing auch alles ganz gut an. Die Kleine hat alle Übungen gut gemeistert und präsentierte sich überaus agil. Dann schaute sich der Doc ihren Nabel an und machte ein besorgtes Gesicht. Seit wann er denn so rot sei wollte er wissen. Rot? Mein Leihenauge hat eine minimale Rötung wahrgenommen aber erst nachdem der Arzt mich fragte. Dann ging es aber erst mal weiter zum Hüftultraschall. Das war alles unauffällig. Da der Kinderarzt aber auch Kinderkardiologe ist wurde ihr Herz noch genau angeschaut. Da erzählte mir der Arzt irgendwas von einer Verzögerung bei irgendeinem Strömungskanal. Das sei in dem Alter ein häufiger Befund und das verwächst sich wahrscheinlich. Aber er macht sich grosse Sorgen um ihren Nabel. Außerdem sei da ja noch die Entzündung am Finger (die fast verheilt ist. Letzte Woche fand er sie trotz Eiter nicht besorgniserregend). Um es kurz zu machen: wir wurden umgehend ins Krankenhaus geschickt. Völlig überrumpelt verdrückte ich im Auto erst ein paar Tränen rief den Mann und meine Mama an und fuhr dann los. So hatte ich mir das mit der U3 aber nicht vorgestellt. Im Krankenhaus erwartete uns eine ganze Odysse an Untersuchungen. Alle machten irgendwie das selbe. Überall musste ich die gleichen Fragen beantworten bis wir nach einigen Stunden endlich unser Zimmer beziehen konnten. Ganz schrecklich war das Blut abnehmen am Kopf und das Stechen der Nadel für den Zugang. Die Kleine hat so sehr geschrien. Mein armes armes Mutterherz :-(.
Abends nahm ich mein armes erschöpftes Baby ganz fest in den Arm und weinte leise. Der Tag zerrte an meinen Nerven. Der Mann bekam von mir eine grosse Liste mit Sachen die wir brauchen. Die ärzte machten mir aber noch keine Angaben wie lange wir bleiben müssen. Rumpelina wurde mit drei verschiedenen Antibiotika beschossen die nacheinander alle 8 Stunden durchlaufen.
Der Kleinen geht es aber nicht wirklich schlecht. Sie hat kein Fieber, sie trinkt normal, schläft viel und ist insgesamt erstaunlich ruhig und ausgeglichen. Nun sind wir den 4. Tag hier und haben schon einige Zimmernachbarn kennengelernt. Die Krankenschwestern sind alle sehr nett und als ich meinen Kummer erst überwunden und mich damit abgefunden habe, dass die Situation nun mal so ist, komme ich hier gut zu recht. Dienstag war meine Mama und eine liebe Freundin zu besuch, abends kommt der Liebste und mit laptop und smartphone kann ich mich ganz gut ablenken. Gibt auch immer mal wieder Ablenkung durch Studenten die mit mir ein Aufnahmegespräch führen wollen oder ähnliches. Mein Highlight bisher war jedoch eine Krankenschwesterschülerin die mich bat einen Fragebogen über Rumpelina auszufüllen. Ob sie sich schon alleine die Zähne putzen kann, ob sie alleine auf Toilette geht, ob sie Einlagen oder eine Zahnspange trägt. Da habe ich echt mal gelacht und dir Schülerin gefragt, ob sie den Fragebogen vorher mal durchgelesen hat…
Mittlerweile haben wir die Aussage, dass es keine richtige Nabelentzündung war. Es sind irgendwelche harmlosen Hautbakterien und wir dürfen hoffentlich morgen nach Hause. Mir reichts auch. Habe zwar versucht dir Vorteile aufzulisten wie nicht selber kochen müssen. Aber dafür schmeckt es auch nicht.
Gestern wurde Rumpelina vom unfähigen Assistenzarzt gequält der beim stechen eines neuen Zugangs 3 Fehlversuche hatte und alle Venen zum platzen und anschwellen brachte. Vollpfosten. Der darf mein Baby nicht mehr stechen. Dabei war meine Maus so tapfer und geduldig. Hab sie so unbeschreiblich lieb und würde ihr so gerne die Schmerzen abnehmen…dafür nutzen wir die Zeit und kuscheln gaaaanz viel miteinander. Rumpelina macht auch schon Fortschritte. Lächelt immer mehr und erzählt mir ganz viel wenn sie wach ist. Bei den Schwestern ist sie ganz schnell der Star geworden…insgesamt bin ich aber unendlich dankbar, dass wir wegen einer Kleinigkeit hier sind. Leider geht das nicht allen so und ich bete für ganz viel Gesundheit. Das nimmt man im Alltag viel zu selbstverständlich.

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4 Gedanken zu “Bericht aus der Kinderklinik – Teil 1

  1. Ihr Armen! Aber gut, dass es so ein gutes Ende genommen hat. Man darf bei all dem nicht vergessen, die kleinen Racker sind ziemlich zäh und vergessen und verzeihen – im Gegensatz zu ihren großen Vorbildern – sehr schnell.

  2. Oh nein. Sowas wünscht man ja keiner Jungamama. Ich wieß gar nicht, ob ich mich für euch freuen soll, dass der Arzt so schnell reagierte oder ob es letztendlich doch eine Art Überreaktion war. Wahrscheinlich wisst ihr das selber nicht so genau. Ach je.

    Ich hoffe, ihr könnt bald heim und wieder ganz viel Familienalltag genießen. So Krankenhausaufenthalte mit Baby braucht kein Mensch.

    • sind seit Samstag endlich zu hause. War sehr anstrengend die Woche. Deshalb haben wir auch den halben Sonntag zu dritt, kuschelnd im Bett verbracht. Nie wieder Klinik!! Und ja wir wissen es immer noch nicht genau, ob das nun notwendig war oder nicht. Aber bei einem 3-Wochen alten Würmchen geht man natürlich kein Risiko ein.

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